Warum der Suchalgorithmus geheim bleiben sollte
27. Mai 2008 von Kloni
Es zeichnet sich in letzter Zeit leider immer mehr ab, dass Suchmaschinen ihren eigentlich so geheimen Suchalgorithmus teilweise veröffentlichen und auch noch selbst erklären, wie das Beispiel Google zeigt. Meiner Meinung nach ist dies ein Schritt in genau die falsche Richtung und Suchmaschinen täten gut daran ihr eigentliches Kapital, den Suchalgorithmus, weiter geheim zu halten.
Um dies zu erläutern möchte ich mal an die Anfänge der Suchmaschinen zurückgehen. Altavista und Yahoo!, um nur mal die damals wichtigsten zu nennen, waren die ersten Suchmaschinen, welche man auch ernsthaft als jene bezeichnen konnte. Sie durchsuchten das noch kleine Netz und das Prinzip der Auflistung der Suchergebnisse war simpel und gut verständlich: Jene Seiten, welche das gesuchte Keyword oft enthielten, erschienen vor den Seiten, auf welchen es weniger oft vorkam. Der Abstand der Keywords auf der Seite spielte vielleicht auch noch eine Rolle, aber im Prinzip war das „System“ einfach. Das grosse Problem war nur: es war sehr leicht manipulierbar! Ich brauchte nur eine Seite erstellen, auf welcher ein Keyword oft vor kam, und schon war ich sehr weit oben gerankt.
1998 kam nun auf einmal eine Suchmaschine auf, welche deutlich bessere Resultate auslieferte und deren „System“ auch deutlich komplizierter war; Google. Durch die geniale Idee, die Relevanz der Seiten an „Verlinkungen“ fest zu machen, revolutionierte Google den Suchmaschinenmarkt und wurde schnell Marktführer auf dem Gebiet. Vor allem auch daher, da dieses System, der PageRank, deutlich undurchsichtiger war und damit Manipulationen und Seitenspam schwieriger wurde.
Den Unterschied machte damals also der noch relativ geheime und unverstandene Suchalgorithmus von Google aus, welcher die besseren Resultate lieferte und unerlaubte Suchmaschinenoptimierung schwieriger machte.
Heute sind längst nicht mehr so grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Suchalgorithmen und damit auch den Suchresultaten erkennbar wie damals. Der Markt ist jedoch umkämpft wie nie zuvor, Suchmaschinenoptimierung ist zum Geschäft geworden und der Seitentraffic kommt heute größtenteils von Suchmaschinen. Unerlaubte- sowie erlaubte Suchmaschinenoptimierung lohnt sich nun auch finanziell, nicht nur dadurch, da der Markt der Online-Werbung stetig zunimmt.
Krampfhaft wird heute versucht, die eigene Seite für bestimmte Keywords um ein paar Positionen in den SERPs nach oben zu verschieben. Und mit Bekanntwerden einzelner Teile des Suchalgorithmus sehen SEOs wieder neue Möglichkeiten und Chancen für ihre Seiten, und das „System“ der Suchmaschinen, die Seiten zu ranken, wird immer durchsichtiger und durchschaubarer. Und damit verschiebt sich auch radikal der Fokus der Webmaster: Das Studieren und Auswerten des Algorithmus wird unabdingbar und es wird einem vielleicht klar, dass nicht der eigentliche Content, sondern vielleicht ganz andere Dinge entscheidend sind, für eine gute Platzierung.
Aber wäre dies nicht ein Schritt in die falsche Richtung? Sollte nicht vielmehr der wahre Inhalt einer Seite im Vordergrund stehen, für Webmaster, für Suchmaschinen und damit letztendlich auch für den Suchenden? Ich denke schon.
Und dadurch sollten Suchmaschinen ihren Suchalgorithmus, wie kompliziert er auch ist, am besten komplett für sich behalten und nur dafür sorgen, dass Seiten mit gutem Inhalt höher gerankt werden, als andere! Auch wenn SEOs dies wohl ganz anders sehen, da sie natürlich von diesem Wissen leben, denke ich, dass dies der einzige Weg ist, den Content wieder in den Vordergrund zu stellen und durch die Geheimhaltung des Suchalgorithmus gleichzeitig auch Manipulationen vermeiden zu können! Denn wonach sollte man optimieren, wenn man nicht genau weiß was und wo, und welche Auswirkungen dies hat?!
Seid ihr da ähnlicher Meinung oder könnt ihr auch Positives an der vermehrten Veröffentlichung des Suchalgorithmus sehen?
28. Mai 2008 um 19:02
wirklich interessanter Ansatz! ich denke nur, dass heutzutage die Verantwortung der Suchmaschinen auch deutlich höher ist! Somit wird schon fast verlangt, mehr preis zu geben um um zu wissen, wie in etwa gerankt wird und ob man den SERPs “vertrauen” kann…!