Swoopo. Ich kann mich aber nicht ganz entscheiden, ob die Idee dahinter genial ist oder es vor allem Geldmacherei ist. Zuerst einmal, was ist Swoopo und wie funktioniert Swoopo:
Auf Swoopo kann jeder User Markenartikel ersteigern, jedoch keine Waren anbieten. Das Anbieten übernimmt Swoopo selber. Egal ob Fernseher, Wii oder iPod, jede Auktion startet bei 0,00€. Jedes Gebot erhöht den Preis des Artikels um genau 0.10€, kostet jedoch für den Bietenden jeweils 0,50€, welches direkt in die Tasche von Swoopo fliesst. Jedes neue Gebot verlängert zusätzlich die Auktion um bis zu 20 Sekunden.
Soweit die Theorie. Nun mal ein praktisches Beispiel:
Swoopo berichtet davon, dass letztens eine Wii für 27€ den Besitzer gewechselt hat. Klingt natürlich auf den ersten Blick sehr billig. Aber 27€ bedeutet ja, dass 270 Gebote mit 0,10€ abgegeben worden sind. Für jedes Gebot gehen 0,50€ direkt zu Swoopo. Somit hat Swoopo mit der Wii insgesamt 27€ + 270*0,50€ umgesetzt. Das sind dann 162€. Das wäre weit unter dem Marktwert einer Wii. Man kann also davon ausgehen, dass Swoopo bei dieser Auktion deutlich Verlust gemacht hat.
Aber wie sieht das ganze denn aus Sicht der Käufer, der Mitbietenden aus?
Ich gehe mal davon aus, dass sich zwei Käufer um diese Wii gestritten haben. Jeder gibt abwechselnd ein neues Angebot ab. Bei insgesamt 270 Geboten hat also jeder 135*0,50€ gezahlt. Das sind gut 67€.
Der eine Käufer zahlt zu den 67€ noch den eigentlichen Kaufpreis von 27€ drauf und kommt damit auf einen Gesamtbetrag von 94€.
Der andere Mitbieter, der die Wii jedoch nicht bekommen hat, hat 67€ einfach in den Sand gesetzt.
Und das unterscheidet Swoopo deutlich von anderen Auktionshäusern wie eBay und Co.
Der Erfolg von Swoopo könnte meiner Meinung also im psychischen Bereich liegen. Da man ja schon weiss, man hat so und so viel schon ausgegeben, ist man bereit immer weiter mitzubieten, damit sich das Bieten auch gelohnt hat. Und so werden die Preise jeweils in die Höhe getrieben, oftmals wahrscheinlich auch deutlich über den Marktpreis. Die Wii stellt hier sicherlich nur eine Ausnahme dar.
Somit kann Swoopo für Bietende schnell zur Falle werden, wenn man sich kein klares Höchstgebot festlegt (ähnlich wie bei eBay) und natürlich die Kosten für das Bieten an sich noch mit einrechnen muss.
Die Idee dahinter finde ich jedoch genial. Da hat einer ganze Arbeit geleistet. … werde ich fast neidisch, dass ich nicht auf so eine Idee gekommen bin…
Mitbietende sollten sich jedoch zuerst genau die “Reglen” der verschiedenen Auktionstypen durchlesen!
Nachtrag:
Bitte beachtet auch die zahlreichen Kommentare mit hilfreichen Infos und Erfahrungsberichten.
Vielen Dank allen für die vielen Kommentare!!
Nachtrag:
Hier gibts für alle Interessierte den offiziellen Swoopo-TV-Spot zu bestaunen!
» dieser Artikel soll in keinster Weise die Geschäftspraktiken der Sofia GmbH kritisieren oder in Frage stellen
vielleicht ergänzende Beiträge:
wenigstens ein angebot, was relativ seriös wirkt, da man genau weiss, wie der Preis zustande kommt und man keine Verträge mit irgendwelchen Partnern abschliessen muss…! Aber ist mir trotzdem zu heikel
15. September 2008 um 13:49