Bei Werbung von Sixt ist man ja mittlerweile schon fast gewohnt danach zu fragen, wie weit Werbung gehen darf. Diesmal ist es wieder soweit, denn Sixt hat die Castor-Proteste vom Wochenende dazu genutzt, für seine “Van&Truck”-Sparte zu werben.

Mit dem Claim “Stoppt teure Transporte! Mietet Van&Truck von Sixt!” hat man sich einfach mal unter die Protestler gemischt … und diese damit womöglich ein Stück weit lächerlich gemacht? Immerhin ging es um eine ernste Sache, wie auch immer man dazu letztendlich steht.

Die Idee und Umsetzung der Kampagne stammt, wie so oft, von der Werbeagentur “Jung von Matt”. Und die ist, nur so am Rande, auch Kunde von RWE, die diese Proteste wohl auch nicht so gerne gesehen haben dürften.

Sixt hat es mit der Aktion jedenfalls mal wieder eindrucksvoll geschafft, ohne allzu grossen Aufwand von sich reden zu machen. Alles auf Kosten der Anti-AKW-Protestler? Oder auf humorvolle und kreative Art und Weise? Es ist jedenfalls hart an der Grenze.

(via | und mit Dank an Jan)

Der Autor

Ich bin Andreas Dittberner - 34 Jahre alt. Ich liebe unsere Hauptstadt, in der ich wohne. Ich schreibe ab und an für den KlonBlog und betreibe die Seite aboutpixel.de und grafiker.de. Das Internet, Design & SocialMedia ist mein Leben. Neben Frau, Kind und Freunden ;)

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6 Kommentare [ Trackback | RSS 2.0 ]

  • Peter M. sagt:

    Also ich find diesmal geht es schon etwas zu weit! Könnte für Sixt nach hinten los gehen der Schuss. Aber für die ist schlechte PR wahrscheinlich trotzdem willkommene PR.

  • Sven sagt:

    Och wenn sich Protestler selbst der Lächerlichkeit preisgeben, indem sie ihre vielleicht berechtigten Forderungen durch sinnlose Gewalt-Aktionen (Entzünden eines Panzerfahrzeugs in dem noch Menschen sitzen) oder Vandalismus-Aktionen (“Schottern”) diskreditieren, kann auch ein Unternehmen seine mehr oder minder intelligenten Werbeaktionen nutzen um ein wenig der kostenlosen, medialen Aufmerksamkeit abzugreifen.

    Wenn wir in vielen Jahren auf die Protestbewegungen zurückschauen, werden wir einerseits eine Art “Volksfest des Protestes” und andererseits eine “ver-GEWALT-igung des Protestes” sehen. Beides zum Schaden der eigentlichen Forderungen.

    Da stört eine orange Autovermietung auch nicht mehr. Ergo witzige Aktion, die bei denen, die sich über die “Entwertung des Protestes” beschweren dafür sorgen sollte, die Wertigkeit ihrer eigenen Protestmethoden und derer, die ebenfalls protestieren, Gedanken zu machen.

    Denn frei nach einem russischen Sprichwort:

    “Was mit der Feder geschrieben wurde, hackt man mit dem Schottern schnell ab.”

  • kai sagt:

    Zu weit im moralischen Sinn würde ich nicht sagen, dass sie gegangen sind. Sie haben sich halt damit einige Feinde und manche Fans gemacht. Ist nur die Frage ob die Rechnung aufgeht. Protestler sind hier natürlich sehr sensibel, aber dem gemäßigten Atomgegner kann so eine Kampagne durchaus ein Schmunzeln abringen. Außerdem: Hauptsache Sixt bleibt im Gespräch.

    Dass man die Proteste ins Lächerliche ziehen darf weil andere einen Panzerwagen anzünden – das sehe ich überhaupt nicht ein. Das man seinen Vorteil aus einem Medienevent ziehen darf hingegen schon.

  • buch leser sagt:

    Jetzt wird es spassig. Ich bin mal auf die Bilder im TV gespannt. Ganze Herden von Schafen und Ziegen haben eine Straße nahe dem Zwischenlager blockiert. Am Nachmittag seien rund 2000 Schafe sowie 50 Ziegen auf die Landstraße zwischen Gorleben und Laase gelangt. Wenn die Polizisten die Schafe wegtragen, das wird sicher ein Erlebnis für uns als Zuschauer.

  • Patrick sagt:

    Also ich hab ja nix gegen Atomenergie. Und die Werbeaktionen von Sixt finde ich immer großartig. :)

  • Eugen Meier sagt:

    LOL, wisst ihr, beruflich war ich auf diesem “festival” der sich “Castor Blockade 2010″ und “Wir Schottern” nannte. Also: Was auch immer dort passierte. Die Werbung von Sixt war mal wieder so geeeil!!!

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