10 Fragen an… Alexander Bacic‘

Unsere Rubrik „10 Fragen an…“ geht in die nächste Runde. Nach MC Rene habe ich mit Alexander Bacic‘ gesprochen. Alex oder Baci, wie wir ihn nennen dürfen, habe ich vor 4 Jahren in Berlin kennengelernt. Er war aus Würzburg zugezogen mit der Absicht, in Berlin was Neues und Aufregendes zu starten. Er kommt, wie ich auch, aus der Skateboardszene und ist mit Leib und Seele ein froher und aufgeschlossener junger Künstler. Wir haben viel Zeit zusammen verbracht, bis es ihn zurück nach Würzburg zog.

In Berlin war es ihm zu schnell, zu laut und zu unverbindlich. Was nicht heißt, dass er diesen Attributen der Stadt nicht auch Vorzüge entlocken konnte. Er arbeitete in einem Hostel gegenüber der Volksbühne in Berlin Mitte, welches hauptsächlich junge Leute aus England, Amerika und Australien beherbergt. Dort war er als Facility Manager aka Hausmeister beschäftigt, um seine Miete, sein Leben in Berlin und seinen Atelierplatz zu finanzieren. Was erstaunlich gut für ihn geklappt hat. Hier und da noch ein kleiner Job vor der Kamera, der Junge sieht ja gut aus, um sich hier und da mal ein paar Getränke mehr leisten zu können. Immer, wenn wir verabredet waren, trafen wir uns erstmal im Atelier. Ein großer, weißer Raum mit hohen Fenstern, wo er sich einen für seine Verhältnisse großen Arbeitsplatz eingerichtet hatte. Ein paar Arbeiten von ihm standen dort herum oder hingen noch unfertig an der Wand. Ich selbst durfte auch Portrait sitzen. Es waren schöne Sitzungen, bei der das ein oder andere Getränk zur guten Stimmung beitrug. Man hat immer Spaß mit diesem Mann serbischer Abstammung. Seine Arbeiten erscheinen vielen eher düster, aber jeder Maler hat seine Epochen, und Alex erste Epoche fängt eben dunkel an.

Hier unsere 10 Fragen an Alexander Bacic‘:

Woher kam die Idee, dich der Malerei zu widmen?

Als Kind dachte man so…dies, das oder jenes will ich werden, wenn ich groß bin. Die Malerei war es erstmal nicht. Zeichnen war zwar schon immer mein Ding. Aber ich wollte Baggerfahrer werden, eine Schaufel im Sandkasten hatte ich ja schon. Aber Spaß beiseite, es war in dem Sinne keine Idee. Es war eher eine Verkettung glücklicher Umstände, die mich dorthin gebracht hat. Der konkrete Wunsch zu Malen entwickelte sich erst später.

Wie lange versiehst du schon Leinwände mit Farbe?

Das müsste September 2013 gewesen sein. Illustrator Sascha Westphal sagte mir eine Stelle als Praktikant zu. Also ab nach Berlin, wa?! Ich kam in einem Atelier in Berlin Prenzlauer Berg unter, welches verschiedenste Arten kreativer Leute beherbergte. Da waren Modedesigner, Blogger, Fotografen, Illustratoren und eben auch Maler. Zunächst habe ich wie geplant Grafikdesigns und Zeichnungen erstellt, was ein Illustrator eben so macht. Doch je mehr Zeit ich dort verbrachte und je mehr ich live gesehen habe, was alles möglich ist, desto angefixter war ich von der reinen Malerei. Ich begann, mit Hilfe von Julia Benz und Florentine Joop (Gründerin der Ateliers) mit Acryl zu experimentieren.

Doch mir wollten die alten Meister mit ihrer Ölmalerei nicht aus dem Kopf gehen. Beinahe krankhaft getrieben von dem Gedanken, so malen zu müssen, habe ich mich durch unzählige Fehlschläge und echte Scheiß-Malereien gekämpft. Ölmalerei ist ne Bitch, aber gleichzeitig ein mächtiges Medium.

Was wäre die Bezeichnung die du dir selber geben würdest, abgesehen von „Künstler“?

LaunengetriebenerZerdenkerAllerDingeDerGarnichtSoNegativIstWieEsScheintTyp

Reicht diese Bezeichnung? :)

Sind schon mal fertige Arbeiten durch dein Atelier geflogen?

Aber ja, das passierte schon mal. Sowohl ganze Arbeiten als auch vorher in Fetzen gerissene.

Was oder wer inspiriert dich?

Vieles. Alles immer mit unterschiedlicher Wertung.  Es kommt auf meine Tagesform an. Da sind zum einem gute Gespräche, die gern mal ins Abstruse abdriften. Rumfahren mit meiner Shovelhead (Anm. d. Red.: Das ist ein Motorrad der Marke Harley Davidson). Im Stadttrubel im Cafe sitzen, das Leben beobachten. Natur und ihre Formen. Geschichte , Mittelalter. Fuck, alles ist Inspiration, wenn man die Augen aufhält. Nur manchmal sieht man halt auch nur Maulwurf.

Welchen Namen würdest du deinem Stil geben?

„Geplant gestartet, intuitiv geendet“ – GGIG. Keine Ahnung.
Das können andere entscheiden, die meinen, die Theorie zu beherrschen.

Musstest du dir schon Kritik anhören, die dich schlecht gestimmt haben?

Ich versteh die Frage nicht (lacht).

Acryl oder Öl?

Nur natives..

Wenn du ein Künstler aus einer anderen Zeit sein könntest, wer würdest du sein wollen?

Sandro Botticelli. Er hat „Inferno“ geschaffen, nach der göttlichen Komödie von Dante Alighieri. Die Intensität dieses Bildes ist gewaltig. Ich hätte es gern gemalt. Oder aber auch Pablo Picasso – er ist der Boss. Im Gegensatz zu Francisco de Goya – der ist Störenfried, aber auch auf der Liste.

Gibst du dich einem hin, wenn ein Werk fertig ist?

Ja, ich gebe mich einem Ritual hin: die herrliche innere Ruhe genießen, die mit bisher wenig anderem vergleichbar ist.

Letzte Quote?

„Der Lebenslauf des Menschen besteht darin, dass er,
von der Hoffnung genarrt, dem Tod in die Arme tanzt.“

Arthur Schopenhauer

Vielen Dank an Alex. Wir freuen uns auf das, was noch kommen mag.

Wenn ihr an den Arbeiten von Alex Interesse habt, könnt ihr euch auf seiner Facebook-Seite mit ihm in Verbindung setzen.
















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