10 Fragen an Jan Henryk Köppen

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Nach unserem letzten 10 Fragen an Alex Basic und seiner Liebe zur Kunst geht es jetzt wieder um – ja genau – Kunst. Diese 10 Fragen gehen an Jan Henryk Köppen. Jan ist aus Gießen, über Köln, nach Berlin gekommen. Einigen von euch könnte er bekannt vorkommen vom Jugendsender Viva. Dort hat er, und jetzt auch noch einmal im Monat, die MTV Top 100 ehemals Viva Top 100 moderiert. Viva war lange Zeit ein Zuhause für Jan. Dort hat seine Laufbahn für das Fernsehen begonnen, und einen ordentlichen Schub bekommen der bis heute andauert.

Mittlerweile moderiert er zusammen mit Frank „Buschi“ Buschmann und Laura Wontorra die Sendung Ninja Warrior Germany beim Sender RTL. Dort gehen junge Sportbegeisterte an Ihre körperlichen Grenzen und versuchen einen wirklich heftigen Parcours zu besiegen. Laut Jan, hat es bisher noch niemand bis zum Ende geschafft. Aber das muss nicht so bleiben denn das Preisgeld erhöht sich mit jeder Staffel. Jan hat diesen Parcours auch mal ausprobiert und ordentlich gepumpt. Anschauen könnt ihr euch das hier.

Nicht das Jan das nur moderiert – nein. Jan ist auch ein äußerst kreativer junger Mann. Neben seiner Leidenschaft für die Musik ist er unter anderem an außergewöhnlichen Spielen begeistert. Er hat neben der Moderation für das YPS Magazin auch die Flummi Open ins Leben gerufen. Meine Wenigkeit war damals auch mit einem Team dort und wir hatten viel Spaß. Impressionen von diesem Event und dem tollen Tag kann man sich gerne im Video zu Gemüte führen. Diese Reihe wurde bisher nicht fortgesetzt aber das kann ja noch werden. Wie man liest ist Jan ein kleiner Tausendsassa. Deswegen richten wir jetzt auch den Fokus auf ein neues Talent von Jan.

„Jetzt macht er auch noch Kunst“ – wie er selbst sagen würde. Ja, er malt und das mit einer ebenso großen Leidenschaft wie er sich seinen anderen Aufgaben und Hobbys im Leben widmet. Er hat sich ein kleines Atelier in Berlin eingerichtet und geht dieser neuen Passion seit ca. einem Jahr nach. Dafür das er viel unterwegs ist für diverse TV Aufzeichnungen, schafft er wunderbare Werke. Ich war sofort Feuer und Flamme. Da wir uns ab und an bei einem Kaffe und guten Gesprächen zusammenfinden, habe ich ihm diese 10 Fragen gestellt und war gespannt was er antwortet.

Bitte sehr.

„Jetzt mal er auch noch“ – schreibst du auf deiner Seite. Wann und wo kam der Gedanke in dir auf das Malen anzugehen?

Eine künstlerische Betätigung ist schon immer Teil von mir. Der Drang etwas zu schaffen, mich auszudrücken. Irgendwie. Mit was auch immer. Als Kind und Jugendlicher hat mich das schon immer umgeben und gereizt: Zeichnen, Graffiti, Illustration. Das habe ich mir über die Jahre immer beibehalten aber nicht spezifischer verfolgt und auch nie so konkret gezeigt. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis das Malen wieder einen Teil meines Lebens einnehmen würde. Konkret war es 2016 eine Ausstellung von Daniel Richter, die mich dazu gebracht hat wieder an die Leinwand zu gehen. Auch der Reiz, dass jedes Bild nur einmal existieren kann, nichts digital entsteht. Das hat etwas anachronistisches.

Wenn deine Malerei Musik wäre, welche Art oder Richtung von Musik wäre das?

Es wären Instrumentals. Einfach nur Beats. Fröhlich. Nach vorne gehend.

Ein Bild entsteht ja nicht in Minuten. Wie lange dauert es vom Entwurf in deinem Kopf bis hin zum fertigen Werk?

Ich habe tatsächlich selten Entwürfe, nur grobe Ideen von Farben und Formen,
die ich verwenden möchte. Bilder entstehen oft aus einem Gefühl heraus.
Das sind dann oft sehr abstrakte Werke. Figurative Motive reizen mich auch aber dafür fehlt mir oft die Geduld.  Es soll schnell gehen. Es muss passieren. Ein Bild passiert.
Manchmal passiert es ganz schnell, manchmal passiert es über Wochen.

Gibt es Bilder die du fertig gestellt hast, sie aber eigentlich nicht magst?

Dann sind sie auch noch nicht fertig. Ich muss mich wohl fühlen mit einem Bild. Es gibt Werke, die stehen schon sehr lange in meinem Atelier,  ich habe aber keinerlei Verbindung mehr zu Ihnen und wenn dieses Gefühl bleibt,
werden sie das Atelier auch nie verlassen.

Bist du jemand der sich selbst und die Malerei auf die Schippe nehmen kann?

Ich habe das Gefühl, dass Menschen in Kunst nie nach Spaß und Humor suchen,
außer es geht um Karikaturen. Also um plakative satirische Motive. Sonst wird immer eine gewisse Tiefe und auch Traurigkeit von Kunst erwartet und in Kunst gesucht.
Eine Auseinandersetzung mit der Welt, eine Auseinandersetzung mit dem Alltag, ein kritischer Blick auf das System. Und ich glaube auch, dass viele Künstler diesen Wunsch in sich tragen.  Den Wunsch aus einem Gefühl ihrer Umwelt gegenüber dieser mit ihren Arbeiten etwas aufzuzeigen.  Ein Spiegel zu sein. Seien es abstrakte Werke oder sehr konkrete Motive. Da will man sich nicht hinter Humor verstecken.  Trotzdem bin ich Freund davon Dinge und sich selbst nie zu ernst zu nehmen.  Was wiederum nicht bedeutet, dass ich meine künstlerische Tätigkeit nicht ernst nehme.

Als das erste mal Menschen aus deinem näheren Umfeld deine Bilder gesehen haben, welches Gefühl und welche Gedanken kamen da in dir auf ?

Ich finde das immer ganz wichtig, weil man so ein ungefiltertes Feedback bekommt.
Ich poste meine Bilder natürlich auch immer auf Instagram aber da findet kaum eine kritische Auseinandersetzung statt.  Die, die es gut finden, teilen es mit. Die, denen es nicht gefällt, sagen eben meist nichts. Das ist zwar schön aber auch gefährlich.  Daher ist der nächste Schritt auch eine Ausstellung.

Giessen oder Berlin?

Giessen und Berlin.

Dein Atelier ist Arbeitsraum und..?

Rückzugsort.

Denkst du nach der Fertigstellung eines Bildes noch lange darüber nach ?

Nein. Nur solange es noch im Prozess ist. Wenn ich das Gefühl habe, dass an dem Bild noch etwas passieren muss, bleibt es in meinem Kopf und verschwindet tatsächlich erst, wenn es fertig ist. Das war erst vor kurzem so. Ich habe ein Bild angefangen und bin am Abend aus meinem Atelier raus als es noch nicht trocken war. Ich habe ein Gefühl zu dem Bild mit nach Hause genommen und wusste, dass ich es schnell fertig stellen muss, weil ich sonst keinen Zugang mehr finde. Das passiert sehr oft.

Mit welchem Künstler hättest du gerne mal eine Woche verbracht und wie hätte diese Woche ausgesehen?

Mich hätten Andy Warhol und Jean Michel Basquiat interessiert, auch weil sie im New York der 80er und 90er gelebt haben. Dass muss eine unfassbar energiegeladene Zeit gewesen sein. Gerade Basquiats Bildern sieht man an, dass ihn etwas gestört hat. Dass er unzufrieden mit einer Situation war. Der hatte Hunger. Künstler wie Keith Haring oder Picasso. Eben Künstler aus einer anderen Zeit. Daran reizt mich eben auch die Zeit in der sie gelebt haben, was sie beschäftigt und bewegt haben könnte. Auch das New York der 50er und dessen Künstler finde ich spannend. All die Künstler der „New York School“. Abstrakte Impressionisten wie Willem de Kooning oder Jackson Pollock. All diese Künstler und noch viele andere hätte ich gerne einfach still in ihrem Alltag begleiten wollen.

Jan habe ich dann noch eine Frage gestellt, obwohl es ja nur 10 sein sollten. Aber diese hat mich berennend interessiert.

Ich habe viele deiner Bilder gesehen und frage mich wann eine Ausstellung kommt. Kann man in der näheren Zeit damit rechnen die Werke auch bald öffentlich zu sehen?

Eine erste eigene Ausstellung wäre der nächste Schritt, aber konkret ist noch nichts geplant. Auf meiner Webseite kann man sich aber einen kleinen Einblick verschaffen.

Ihr könnt hier vorab schon eine kleine Auswahl von seinen Werken bewundern.

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Vielen vielen Dank an Jan dass er sich die Zeit genommen hat. Wenn Ihr mehr sehen möchtet geht, wie schon erwähnt, auf seine Webseite. Es lohnt sich sehr. Wir lesen uns beim nächsten “10 Fragen an…”

Hajo

Copyright Bilder: Jan Henryk Köppen I Verwendung der Bilder mit freundlicher Genehmigung von Jan Henryk Köppen

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