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Weihnachtswerbung: Das Erwachen der Weihnacht und die dunkle Bescherung

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Werbeclips - 21. Dez. 2016 // Kommentare


Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass uns alle Jahre wieder „Wham!“ lautstark aus dem Radio mit Ohrwurmgedudel an die vergangene Weihnacht erinnert, stimmt auch der Fernseher in das festliche Eiapopeia ein. Gemeint ist nicht nur das alljährlich gleiche Fernsehprogramm mit dem obligatorischen „Tatsächlich … Liebe“ und „Der kleine Lord“, sondern vor allem die nervtötende Werbung, die uns – als wüssten wir es nicht selbst – daran erinnern glauben zu meint, doch bitte Oma, Tante, Mutti um die Feiertage zu besuchen. Dort werden wir dann mit Bio-Gänsebraten aus der Region begrünkohlt und zwar in einem durchgestylten, individuellen Schwedenwohnzimmer, das bestimmt nicht wie jedes andere aussieht, so zumindest, wenn man der Werbung Glauben schenken möchte.

Die ruhige, besinnliche Zeit des Jahres wird uns medienwirksam verkitscht und schließlich madig gemacht. Schon am zweiten Advent mag man Zimtsterne nicht mehr sehen und würde das Fest am liebsten mit ordentlich Glühwein vergessen machen. Zum Glück gibt es ein paar wenige Unternehmen, die uns in der ruhigen Adventszeit tatsächlich in Ruhe lassen. So hat Tchibo dieses Jahr überhaupt auf einen Clip verzichtet und Innogy nimmt die restliche Weihnachtswerbung zumindest gekonnt auf die Schippe.

Mit einem Augenzwinkern schaut man hier auf das Fest der Liebe, zu dessen Anlass wir uns alle ein wenig verrückt machen. Schließlich müssen Geschenke gekauft werden, alles soll wunderschön sein und passen. Aufgrund der strikten Erwartungshaltung dem Heiligabend gegenüber, kann man eigentlich nur enttäuscht werden. Und so ist es dann auch im Innogy-Clip. Übereifrige Helikoptereltern sind bestrebt sich und den Nachwuchs im Sauerstoffzelt abzuschirmen. Angesichts des glutenfreien Bio-Weihnachtsfests kann es natürlich auch nur nachhaltige, umweltfreundliche Geschenke geben. Was wäre da näherliegender als unbehandelte Holzklötze für die Tochter?

Dass der Nachwuchs aber vielleicht ganz andere Geschenkideen auf die Wunschliste gesetzt hat, geht schlichtweg unter. Da braucht es dann auch keinen zu wundern, wenn das Erwachen der Weihnacht eine dunkle Bescherung bereithält. Die kleine Sternenkriegerin bastelt sich getreu dem Motto „Das Kinderzimmer schlägt zurück“ ihre eigene Star-Wars-Welt aus Holzklötzen. Umso größer ist der Schock bei der Rückkehr der Eltern, dass der wohl behütete Nachwuchs nichts Besseres im Sinn hat, als Krieg zu spielen. Etwas Trost wird uns aber doch gespendet: Prinzessin Leia in spe befeuert ihre kriegerischen Schattenspiele zumindest mit Ökostrom. Für das nächste Fest, liebe Eltern, gilt: Besser auf die Wünsche Eurer Kinder Ihr hören müsst.

Eva Reidemeister

Mein Name ist Eva und ich bin 29 Jahre alt. Ich lebe und arbeite als freie Texterin, Autorin und Bloggerin in meiner Wahlheimat Österreich, bin jedoch gebürtige Magdeburgerin. Mich interessieren die schönen Dinge im Leben und dazu zähle ich neben gutem Essen, Kunst, Kultur und natürlich Literatur.


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