Agenturen wegen Twitter-Bilderklau verurteilt

ap50219a26df063_m
Dreieinhalb Jahre kämpfte Fotojournalist Daniel Morel für seine Rechte. Hartnäckigkeit, die sich nun ausgezahlt hat: Seine Prozessgegner wurden von einem New Yorker Gericht zu Schadenersatzzahlungen von 1,2 Millionen Dollar verurteilt. Das Pikante: Bei den Verlierern handelt es sich um Niemand geringeren als die Bildagenturen Agence France Press (AFP) und ihren US-Partner Getty Images.

2010 hatten sie sich an Fotos bedient, die Morel nach dem schweren Erdbeben in Haiti aufgenommen und auf Twitter hochgeladen hatte. Sie zeigten die Zerstörung, das Leid und Elend der Katastrophen-Opfer und bewegten die Menschen auf der ganzen Welt. Die beiden Agenturen verdienten mit dem Verkauf der Bilder an die Medien ordentlich Geld – der Urheber allerdings sah davon keinen Cent.

Diese unglaubliche Arroganz wollte Morel nicht auf sich sitzen lassen. Seine Anwälte klagten auf 120 Millionen Dollar Schadenersatz. Die Schadenersatzzahlung fiel zwar letztendlich etwas geringer aus, viel wichtiger ist jedoch: Die Rechte von Urhebern, die ihre Werke auf Twitter verbreiten, werden durch das US-Urteil entscheidend gestärkt. Und der Fall zeigt auch: Nicht immer sind es die Großen, die gewinnen. Auch sie kann der Griff in die Keksdose teuer zu stehen kommen – und dafür lohnt es sich doch zu kämpfen.

Der ganze Fall in aller Ausführlichkeit auf meinem Blog.

Bildquelle: aboutpixel.de / PHOTOCREW II © Laurentiu Pscheidt

Kommentiere den Artikel

Bitte gib deinen Kommentar ein!
Bitte gib deinen Namen hier ein