Aufmerksamkeitsökonomie? Was das sein soll, erklärt Jan Böhmermann


Passionierter Selbstdarsteller und Despotenprovokateur, Jan Böhmermann, sollte uns das ein oder andere zum Thema Aufmerksamkeitsökonomie erklären können. Der Begriff versucht die Erscheinung, dass Spektakuläres, Pompöses, Provokantes, Abstruses und Absurdes unsere Aufmerksamkeit eher bekommt als sinnvoller, gut recherchierter Inhalt, in einem Wort zusammenzufassen. Dazu holt Jan Böhmermann in gewohnter Manier aus und setzt mehr oder weniger gewollt erst einmal gegen die Bewohner von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt zum Schlag an („krankes Schwein“).

Wer laut Jan Böhmermann aber noch besser provozieren kann als er selbst, sind die internationalen Nationalisten und Rechtspopulisten. Die hätten es ganz besonders gut verstanden, die „knappe Ressource“ Aufmerksamkeit zu ernten. Und wie machen das Donald Trump, Geert Wilders, Frauke Petry, Marine Le Pen & Co? Der Drei-Punkte-Plan sieht so aus:

1. Journalisten aus- oder einsperren
2. Holocaust-Leugnungen und Nazi-Bekundungen in der Öffentlichkeit
3. Falschmeldungen bzw. gephotoshoppte Bilder in Umlauf bringen

Und wozu das alles? Weil sich dann die Presse wie Tauben auf Brotkrumen auf die Schlagzeilen stürzt. Denn aufmerksamkeitserregende Schlagzeilen bedeuten Quote und Quote bedeutet Umsatz bzw. Werbeeinnahmen. Auf diese Weise wird dann jede Menge Gratis-Werbung für Donald Trump und Verwandte im Geiste gemacht. Doch dass die Presse zum Stenographen rechter Politik wird, ist an sich kein neues Phänomen. Schon der Irakkrieg von Bush Junior wurde so möglich gemacht. Wer trotzdem für das als neu gehypte Phänomen der Fake News und die mediale Mitläuferschaft gewappnet sein möchte, könne sich, so Böhmermann, den eigens dafür entwickelten De-Fakeator installieren, sofern die Aufmerksamkeit bis hierher gereicht hat …

Die letzten Geheimnisse der Rechtspopulisten enthüllt!
Keine Ahnung, was Aufmerksamkeitsökonomie ist? Und was Reiner Haseloff und Bernd Höcke damit zu tun haben? Wir auch nicht. Aber ein Ritter auf einem Pony und ein Hiphoptopus helfen Jan Böhmermann dabei, es verständlich zu erklären. Wenn ihr bis zum Ende durchhaltet, wird eure Aufmerksamkeit sogar belohnt!

(via)

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