Berührend: Studie „Hände / Hands“ zeigt Menschen hautnah


In fleischigen Verästelungen überziehen sie die Hände: Lebenslinie, Herzlinie und Kopflinie. Heute steht jedoch weder die prognostisch-esoterische Zukunftsschau des Handlesens noch der biometrische Fingerabdruck im Fokus. Wenn Damien Richard für seine Studie „Hände / Hands“ menschliche Extremitäten in Szene setzt, zeichnen sich vor grellem Backlight in reduziert monochromer Ästhetik Persönlichkeiten in ihrer Essenz ab.

Der Fotograf verzichtet bewusst auf sonst gewohnte Erkennungsmerkmale zwischen Haaransatz und Kinn und verleiht den händischen Charakterbildern stattdessen auf seine eigene Weise einen persönlichen Touch. Den Modellen steht es dabei frei, individuelle Gesten einzunehmen oder mit Requisiten zu arbeiten, um ihre individuelle Handschrift zum Ausdruck zu bringen.

Zwischen greifbarer Sehnsucht, scharfen Krallen und wegweisendem Fingerzeig nimmt die Mentalität jeder und jedes einzelnen Form an. Und Hand aufs Herz: In dieser Deutungsweise mögen wir auch das sonst so verhasste Wort „Hands-on-Mentalität“ zum ersten Mal, umso mehr, als dass Damien seine Handporträts bewusst mit Berufsbezeichnungen seiner gestikulierenden ProtagonistInnen versieht. Wer ebenfalls Teil der fortlaufenden Bilderserie sein möchte – unter dem Aufruf „Looking for hands in Vienna“ ist Damien in Wien händeringend auf der Suche nach Handmodellen.

For myself I follow the passion of time exposure experiments.”










Copyright by Damien Richard

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