„Cross Café“ in Hong Kong hält das Gedächtnis an traditionelle Imbisse wach


Der traditionelle Imbiss, welchen Einheimische Bing Sutt nennen, ist aus dem Hong Kong der 1950er und 1960er nicht wegzudenken. Der lokale Nachbarschaftstreffpunkt bot leichte Mahlzeiten und Getränke zu günstigen Preisen in schlichter Atmosphäre an. Typisch für das Interieur waren Mosaikfliesenböden, Klappstühle, große Glasfronten und natürlich Leuchtreklame. Heute weichen die traditionellen Bing Sutts zusehends modernen Schnellrestaurants und internationalen Café-Ketten.

Das Architektenteam vom Studio UNIT hat es sich zum Ziel gemacht, im „Cross Café“ den klassischen Imbiss Hong Kongs wiederaufleben zu lassen und elegant in die Gegenwart zu überführen. Die Essenz von Bing Sutts ist erhalten geblieben: Mosaikfliesen, Neon-Leuchtschrift und ein gläserner Eingangsbereich bestimmen das Design. Die schlichten Stühle und Tische mit Glasabdeckung sowie kalligrafische Speisekarten an der Wand lassen Nostalgie-Flair in dem modernen Lokal aufkommen. Der örtliche Milchhersteller Trappist Dairy liefert nicht nur die Zutaten für Getränke und mehr, sondern bestimmt mit seinen knallroten Transportkisten für Milchflaschen gleich noch das Design.

Im Gegensatz zu den traditionellen Imbissen wurde beim „Cross Café“ auf ein rigoros geradliniges Farbkonzept gesetzt: Rot, Weiß, Schwarz. Einen besonderen Hingucker liefert Model, Stylistin und Künstlerin Alana Tsui mit ihrem monochromen Wandgemälde. Die markante Linienführung ist ebenso typisch für die Kunstschaffende aus Hong Kong wie das reduzierte Farbschema. In Anspielung auf die lokale Meierei scheinen Milchtropfen mit einem abstrakten Wirbel von Linien zusammenzufließen. Edelstahloberflächen, schroffer Beton und freiliegende Metallleitungen stehen für den modernen Zeitgeist, der die Bing Sutts ins 21. Jahrhundert holt.










(via)

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