Das KOALA Spielgerät im KlonBlog-Test

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Meine Tochter ist gerade ein Jahr alt geworden. Zwölf besonders intensive Monate gingen für unser Baby und uns Eltern vorüber, und jetzt haben wir ein (wenn auch noch sehr kleines) Kleinkind. Und das löst sich so langsam von Mamas Hand, um auf eigene Faust mit viel Fantasie und Forschergeist die Welt zu erobern. Das funktioniert mit einer köstlichen Hand voll Sand im Mund genauso gut wie mit unserem schrottigen Kochtopf, aber natürlich möchten wir unserem Nachwuchs auch „echtes“ Spielzeug zur Verfügung stellen. Es soll vor allem eine Menge Spaß machen, aber aus Elternsicht auch gerne hochwertig und vielleicht ein klitzekleines bisschen sinnvoll sein.

Da wir uns sowieso unermüdlich durch Internetrezensionen und Werbeprospekte ackern, war es für uns eine tolle Sache, KOALA zu testen – beziehungsweise von unserem Profi-Kind ausprobieren zu lassen. Dabei handelt es sich um ein modulares Spielgerät, das vom Schweizer Designer Hanspeter Steiger entwickelt wurde. Wie auch bei anderem Spielzeug gibt es frei Haus große Versprechen: Ästhetische Ansprüche sollen mit pädagogischen Lernzielen vereint werden. Das Mutterherz schlägt schneller, diese Stichworte reizen in meinem nie erahnten Gluckenhirn irgendwelche tief verankerten Bedürfnisse.

Der erste Eindruck ist richtig gut. KOALAs bestehen aus einem Kunststoff, der überraschend griffig und schwer ist. Zwar ist in meinem Spielzeugradar Holz das Nonplusultra, jedoch ist das strapazierfähige Material recyclebar und laut Hersteller frei von Giftstoffen. Und natürlich super pflegeleicht, da man schnell mal mit einem Lappen drüberwischen kann. Ein Spielzeug also für drinnen und draußen.

Zwei Module haben wir zur Verfügung gestellt bekommen, und kaum stehen die beiden Schalen im Wohnzimmer, werden sie flugs erobert. Zwar zuerst von unseren vierbeinigen Mitbewohnern, aber jeder kleine Herrscher hat seine Vorkoster – und so folgt unseren Katzen nur kurze Zeit später unser kleines Mädchen. Die ist recht vorsichtig bei der Erkundung, denn der Neuzugang wackelt fröhlich los, wenn man reinsteigt. Was aber kein Grund zur Sorge ist, denn einzelne Ausbuchtungen an der Außenschale sorgen dafür, dass sich der KOALA nicht überschlägt. Trotzdem ist Balancegefühl gefragt, weswegen man sich auf jeden Fall an das empfohlene Startalter von einem Jahr halten sollte. Erst jetzt sind viele der Kleinen einigermaßen Herr ihres Gleichgewichts, meist sogar nur im Sitzen. Und Unsicherheit macht einfach keinen Spaß und kann auch mal wehtun.

Für ältere Kinder sind die KOALA-Module eher geeignet: Der dreijährige Cousin unserer Tochter war nach kurzer Instruktion kaum noch zu halten und schaukelte wild hin und her, sein fröhliches Lachen war Gold wert. Als wir Karussell mit ihm spielten, gab es einen ordentlichen Drehwurm inklusive – für den glücklichen Fahrgast und den anschubsenden Papa. Die Module lassen sich aber auch andersherum verwenden. Auf den Kopf gestellt, wird in der Fantasie der Kinder aus den Kunststoffschalen ein unterirdisches Tunnelsystem, das von bebrillten Maulwürfen gegraben wurde, oder kuschelige Höhlen, in denen man Ruhe vor den nervigen Erwachsenen hat.

Uns hat es eine Menge Spaß gemacht, die KOALAs zu testen. Besonders schön war es, meine Tochter dabei zu beobachten, wie sie eines Morgens ganz alleine und plötzlich ganz sicher mit ihrem Lieblingskuscheltier in die Schale gekrabbelt ist und ganz sachte hin- und herschaukelte. Ich ahne jedoch, dass da noch wildere Zeiten auf uns zukommen. Für eine kleine Wohnung ist dieses Spielgerät eher nichts. Zwar kann man die Module stapeln, trotzdem nehmen sie schon Platz in Anspruch, der bei vielen vollgestopften Kinderzimmern eh schon rar gesät ist. Oder sie kommen – wenn vorhanden – ins Gartenhäuschen, da KOALA sicher ein schönes Draußen-Spielzeug ist. Die Verarbeitung ist hochwertig, Spielspaß und die gleichzeitige Übung von Koordination, Motorik und dem Gleichgewichtssinn ist für kleine Menschen ab einem Jahr garantiert. Ich bezweifle nur, dass Kinder, die älter als drei Jahre sind, noch viel Spaß an den Schalen haben, da der Platz unter der statischen Variante (als Höhle zum Beispiel) schon sehr knapp wird. Alles in allem ein schönes Spielgerät, das wohl zurecht mit dem Gütesiegel „spiel gut“ ausgezeichnet wurde.

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