Davide Bonazzi zeichnet die Welt, wie sie uns nicht unbedingt gefällt – und wie sie leider trotzdem ist

Er reduziert seine Farbpalette auf das Wesentliche und verzichtet auf unnötige Details. Er will uns mit seinen Bildern nicht begeistern, sondern zum Nachdenken bringen. Davide Bonazzi lenkt unseren Blick auf die ungelösten Probleme und legt seine Finger in die offenen Wunden der Gesellschaft. Passend zur bewegenden und tragischen Flüchtlingsproblematik zeichnet er sein „Escape“ betiteltes Bild. Geplagt von endlosen Kriegen und schlimmen Hungersnöten, hoffen die Menschen auf ein besseres Leben. Doch ist diese Hoffnung real? Ist dieses bessere Leben irgendwo weit weg im Übersee oder lässt es sich mit vereinten Kräften vor Ort, zu Hause aufbauen?

Davide aims to create clever visual solutions to represent complex topics, as well as narrative, witty images. His style combines digital media with textures of scanned found objects, in order to give his illustrations a warm and evocative atmosphere.“

Und wie lebt es sich hier, im wohlhabenden Europa? Es ist ein Arbeiten bis zum Umfallen, bis zum Burnout und darüber hinaus. Es ist ein Schuften, Sich-abmühen – um den Rest des Lebens von einer Rente leben zu müssen, die keineswegs zum Leben reicht. Der Staat bekommt bei Davide ebenfalls sein Fett – oder Federn? – ab: Mit einem Adlersauge wacht der Staat über seine Bürger, jedoch nicht um zu beschützen, sondern um auszuspionieren. Wir haben eigentlich keine Privatsphäre mehr, es ist nur ein Schein – aber nicht mehr.

Davide ist ein großer Sozialskeptiker und Gesellschaftskritiker. Er will aufrütteln – und das gelingt ihm ganz gut, finde ich.









(via) Copyright Davide Bonazzi

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