„Die Ruhe vor Haiyan“ – Ausstellung von Alexander Jedermann

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Vor einiger Zeit lernte ich Alex kennen. Zu dieser Zeit war er auch gerade in Australien unterwegs. Er ist Berliner, reist viel durch die Welt und hält seine Eindrücke in großartigen Aufnahmen fest. Noch vor wenigen Wochen besuchte er auch die Philippinen – bevor Taifun Haiyan Millionen Menschen zu Obdachlosen machte oder in den Tod riss. Alex zeigt mit seiner Ausstellung „Die Ruhe vor Haiyan“ die Inseln vor der Katastrophe und hinter der touristischen Fassade. Alle Einnahmen des Abends werden den Opfern des Taifuns zu Gute kommen.

“Ich will den ehrlichen Moment einfangen. Meine, unser aller, Zukunft ist von Unsicherheit geprägt, dieses Gefühl sehe ich überall, es verfolgt mich nahezu. Meine Bilder zeigen verborgene Schönheiten, und ihre Flüchtigkeit. Meine Protagonisten spiegeln diese vergängliche Stimmung wieder”.

WANN? 29.11.2013 ab 19 Uhr
WO? LoBe Galerie – Schererstr. 7 – 13347 Berlin

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Da ich die Aktion super finde und auch selbst vor Ort sein werde, möchte ich auf diesen Weg diese Idee unterstützen. Mit DJs, einer Bar und natürlich den Fotos von Alex, seid ihr deshalb alle herzlich eingeladen die Ausstellung zu besuchen. Sämtliche Einnahmen des Abends werden an die Menschen im Katastrophengebiet gespendet. Wie es zur Ausstellung kam und was Alex uns noch zu berichten hat, erfahrt ihr nun in unseren kleinen Interview.

01. Hi Alex, erzähl unseren Lesern kurz etwas über dich!
Hallo Klonblogger! Ich bin Berliner und wurde kurz nach der Wende geboren. Meine Eltern haben sich recht früh getrennt und so bin ich größtenteils mit meiner Mutter aufgewachsen. Sie ist Lehrerin, und wir hatten so vergleichsweise viel Zeit zum Reisen – eine Sache, die ihr sehr wichtig war und für die sie immer noch irgendwo Geld zusammenkratzte. Die eher wenige Zeit mit meinem Vater bestand dann wiederum aus Campen und Wohnmobilreisen durch Europa, am besten in Skigebiete.

Ich liebe Berlin über alles, bin aber so aufgewachsen, dass ich einfach nicht lange stillsitzen kann und besonders nach zu häufigen Fahrten durch die grauen U-Bahnschächte Fernweh bekomme. Für mich stand fest, nach dem Abi erstmal für längere Zeit abzuhauen. Aber aus einem Jahr Australien wurden fast drei, in denen ich dazu Neuseeland und fast ganz Südostasien bereiste.

02. Wie bist du zum Fotografieren gekommen?
Ach, da gab es eigentlich keinen besonderen Anlass. Ich hab schon sehr früh so eine kleine, bunte Kinder-Knipskiste geschenkt bekommen, aber damals hat mir eigentlich nur das Geblitze Spaß gemacht. Über die Zeit wurden die Kameras besser, und als ich mit 15 das erste Mal eine Spiegelreflex in der Hand hielt, dachte ich einfach: „Hey, das ist ein verdammt cooles Werkzeug.“ Heute steh ich übrigens gar nicht mehr auf Geblitze.

03. In welchem Zeitraum sind deine Fotos auf den Philippinen entstanden?
Ich hab die Philippinen zweimal, jeweils für einen Monat besucht. Das erste Mal im November 2011 und das zweite Mal jetzt im September/Oktober 2013. Die Fotos, die in der Galerie ausgestellt sind, stammen zu 90% vom zweiten Besuch, sind also nur wenige Wochen alt.

04. Wie kamt ihr auf die Idee, daraus eine Ausstellung zu Charity-Zwecken zu starten?
Das war ehrlich gesagt die Idee meiner Freunde und entstand sogar erst letzte Woche. Wir sind einfach der Meinung, dass jetzt der richtige Moment ist zu helfen – und das vielleicht auch mal auf eine etwas andere Art und Weise.

Was mir persönlich am besten an der Aktion gefällt ist, dass ich die Möglichkeit habe, die Menschen in den Philippinen für uns näher zu bringen und sie dabei gleichzeitig zu unterstützen. Oft zeigt die Berichterstattung der Medien ein recht einseitiges Bild: Die Betroffen werden als traurig, arm und einfach bemitleidenswert dargestellt. Im Moment sind viele das natürlich, doch im Grunde sind uns die Menschen rund um den Globus so viel ähnlicher, als wir das vielleicht manchmal denken.

Worauf ich hinaus will ist, dass die Menschen anfangen, nicht aus medial erzeugtem Mitleid zu helfen, sondern eher, weil sie eine tatsächliche Verbindung zu Menschen aus ganz anderen Regionen empfinden.

 05. Wie wird der Abend im Detail aussehen?
Wir werden die LoBe Galerie in der Schererstr. 7 um 19 Uhr aufmachen. Dort wird es dann zwei Ausstellungsräume und eine Bar geben, natürlich gehen auch alle Einnahmen der Bar an die Menschen in den Philippinen. Dazu haben wir das echt coole DJ Duo ‚Bacalao & Sonne‚ am Start, die die Ausstellung mit Vinyls untermalen werden. Wie lang der Abend gehen wird, werden wir spontan entscheiden!

Danke Alex für diesen Einblick hinter der Ausstellung!

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Fotos: Copyright Alexander Jedermann

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