Dystopische Aquarelle zeichnen ein zwiespältiges Bild unserer Wegwerfgesellschaft

Fest eingeschweißt und brandneu wirkt Markenware am schönsten. Doch bald verliert sie ihren Reiz. Der erste Kratzer oder ein neues, besseres Modell und das Teil wird ausrangiert. Alvaro Naddeo aus Brasilien versprüht mit seinen Werken eine besonders melancholische Nostalgie. Als Werbeprofi weiß er um die kräftige Bildsprache von Logos und Symbolen, die selbst im Mülleimer mit Wiedererkennungswert punkten. Was wir wegwerfen, ist häufig gleichsam belanglos wie begehrenswert, wenn noch fette Icons der Verpackung anhaften. Diesen Zwiespalt illustriert er mit dystopischen Aquarellen.

The subject matter of my work is waste, overconsumption and social inequality. Trash and objects found in the street are valuable, and not only for aesthetic reasons.“

Als Kind ist er früh mit Stift und Papier in Berührung gekommen, denn Naddeos Vater ist Illustrator. Fluch oder Segen? Nachdem er begonnen hat, seine eigenen Arbeiten mit denen des Vaters zu vergleichen, hat er einen kreativen Werdegang ausgeschlossen. Was er als Kind zu Papier brachte, war nach eigenem Dafürhalten einfach nicht gut genug. Es hat einen Schlenker über die Werbeindustrie gebraucht, bevor er wieder frei zu zeichnen und zu malen angefangen hat. Diesmal will er’s nicht hinwerfen. Alvaro Naddeo lebt derzeit in Los Angeles.









(via) Copyright Alvaro Naddeo

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