Farbgewaltige und tiefsinnige Kunst von Alberto Ortega – romantische Dämmerung der Vorstädte

Wovon träumen nur diese stillen Vorstädte, all die schlichten Behausungen und eleganten Villen? Alberto Ortega porträtiert vor allem Bauwerke und Autos. Und außerdem Farbexplosionen der Sonnenuntergänge – zu jeder Jahreszeit. Lauwarme Sommerabende, windige Herbstabende, romantische Dämmerstunden im Frühling. Es ist niemand draußen, das Leben spielt sich im Verborgenen ab. Nur Fahrzeuge, mal ein richtiger Ami-Schlitten, mal ein Kleinstwagen, mal mehrere Autos, je nachdem, wie dick der Geldbeutel des Besitzers ist, warten auf ihren nächsten Einsatz. Es scheint Ruhe zu herrschen. Ob es dem wirklich so ist, bleibt offen.

My landscapes are places where people live and work, although the people themselves aren’t seen. The quality of light becomes the central subject: human presence is suggested by parked cars, the flicker of television sets, or the glow from a bedroom leaking out to the quiet outside world.“

Albertos Bilder sind Licht- und Architekturstudien. Aber noch mehr sind es Menschenstudien, denn dem Künstler geht es doch in erster Linie um dieses verborgene Leben hinter den zugezogenen Gardinen, heruntergelassenen Rollläden, abgeschlossenen Türen. Wer wohnt dort, was treibt sie an, wovon schwärmen diese Vorstädter?

Seine realistische und doch verträumte Malerei ist eindeutig von der Kunst Edward Hoppers inspiriert. Auch wenn Hoppers Gemälde keineswegs menschenleer sind, sehen seine Protagonisten mehr als Statisten als lebendige Figuren aus. Sie sind in eigene, oft düstere Gedanken vertieft und fühlen sich in ihrer Umgebung verloren.

Albertos Vorstädte sind Oasen des Privatlebens und Paradiese der Individualisten. Hier lebt jeder so, wie er es kann und will. Die Freiheit ist das oberste Prinzip, auch auf die Gefahr hin, dass nicht jeder mit dieser Freiheit umgehen kann.

 

(via) Copyright Alberto Ortega I Teaser Screenshot Instagram

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