Food Photography: Retro-Aufnahmen mit Instagram

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Woran denkt ihr, wenn ihr Begriffe hört, wie „Glycerin“, „Altöl“, „Haarspray“, „Klebstoff“ oder „Rasierschaum“? Na klar, ans Essen! Ganz lange Zeit war es Gang und Gebe, Lebensmittel zu Foto-Zwecken ungenießbar zu machen. Da wurde Rasierschaum ins Bier gekippt, um die Schaumkrone künstlich zu ersetzen, Haarspray zum Glanz auf die Kartoffeln aufgetragen und Schokoriegel mit Altöl eingestrichen, um einen dunklen Schokoladenton hinzubekommen. Der wahre Grund dafür war jedoch, dass die Assistenten davon abgehalten werden sollten, die Requisiten zu naschen. Allerdings ist dieser Trend mit den übermäßigen Chemikalien rückläufig. Es gibt sogar Food-Designer, die komplett darauf verzichten. Das ist zum einen ökonomisch und nachhaltiger, weil nicht so viel Essen weggeschmissen werden muss, zum anderen auch viel leckerer!

Aber jetzt mal im Ernst, bei diesem Zweig der Fotografie kommt es schlussendlich darauf an, dass wir Appetit bekommen. Und genau das schafft Sonya Yu mit ihren Instagram-Bildern. Auf den ersten Blick würde man denken, die Bilder sehen aus, wie aus einem Backrezeptebuch von 1975 – eher altbacken. Das Lustige daran ist, dass sie auch auf den zweiten Blick so aussehen. Nur dass die Bilder gar nicht altbacken wirken, sondern in ihrer Art und Weise irgendwie spannend. Ihre Bilder machen Lust auf mehr.

Die Kompositionen zwischen Licht, Deko, Hinter- und Untergrund und natürlich den Leckerein selbst sitzen gut. Beim Arrangieren solcher Aufnahmen kommt es wirklich auf Millimeter an: Höhe des Horizonts, Abstand der Kamera zum Motiv, Lichtfall und Schattenwurf, Farbkompositionen. Sind die Lebensmittel aufgeschnitten oder nicht? Wie schaff ich es, dass die Struktur der Dinge im richtigen Maße betont wird. Es ist eine Wissenschaft für sich und mit den Arrangements kann man Stunden/Tage zubringen. Wie lange Sonya Yu nun dazu gebraucht hat, weiß ich nicht. Ich finde jedoch, es hat sich gelohnt. Aber seht selbst und genießt…

 

 

 

 

 

 

Sonya Yu 

(via)

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