Freie Fahrt für Protest: Unbekannte hängen Plakate an Hamburger Bahnhöfen auf


Kostenloser öffentlicher Personennahverkehr würde vielen Menschen das Leben leichter machen. Mehr Mobilität für weniger oder gar kein Geld lautet die Devise. Dadurch könnte einerseits etwas Sinnvolles für ärmere Menschen getan werden, andererseits ist der Trend Richtung Bus und Bahn eine gute Entscheidung für das Klima. Staus und Luftverschmutzung könnten dadurch erheblich eingedämmt werden. Die estnische Hauptstadt Tallinn macht vor, dass die freie Fahrt mit Bus und Bahn keine Utopie bleiben muss.

In Hamburg setzt sich die Initiative HVV umsonst! schon länger dafür ein, dass auch die Hansestadt zum Vorbild wird und seinen Bewohnern und Bewohnerinnen gratis Zutritt zu Bus und Bahn verschafft. Vor ein paar Tagen sah es fast so aus, als hätte die Stadt Hamburg den Forderungen nachgegeben.

In einigen Bahnhöfen waren Plakate zu finden, die durchaus nach einer offiziellen Bekanntmachung des HVV Hamburger Verkehrsbundes aussahen. Bei genauerem Hinsehen entpuppten sich die Aushänge, die einen Freifahrtschein für alle Hamburger und Hamburgerinnen während des kommenden G20-Gipfels versprachen, jedoch als Fake. Die Hamburger Hochbahn zeigte sich nicht begeistert und sprach gegenüber „Hamburg mit Vergnügen“ von „einer offensichtlichen Fälschung, die so schnell wie möglich entfernt wird.“

Bisher ist unklar, wer hinter der Plakataktion steckt. Kreativer Protest, nicht nur gegen die Preispolitik von Verkehrsunternehmen, ist es allemal. Darüber hinaus ist aufgrund von Sicherheitsabsperrungen und Verbotszonen für den G20-Gipfel am 7. und 8. Juli mit erheblichen Verkehrsbehinderungen in Hamburg zu rechnen. Dementsprechend könnte auch das internationale Politikertreffen selbst Zielscheibe des Protests gewesen sein.

(via)

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