Graffiti: Schicht für Schicht ein Stück Zeitgeschichte


Was passiert, wenn man in eine über Jahrzehnte immer wieder aufs Neue besprühte Wand hineinschneidet? Der Niederländer Paul de Graaf ist genau dieser Frage nachgegangen und hat für uns die urbanen Baumringe des Gebäudes „Doornroosje“ (wörtlich: Dornröschen) aus dem steinernen Schlaf geküsst, na gut, wohl eher gefräst.

Die „Graffiti Hall of Fame“ findet sich in der schönen Stadt Nijmegen in der Provinz Gelderland. Seit den 1970er Jahren ist diese moderne Villa Kunterbunt Treffpunkt für Hippies, Musiker und andere Kreative. Heute beherbergt das Gebäude nach wie vor ein Tonstudio. Die umgebenden Wände sind von oben bis unten mit Tags und Wandgemälden bedeckt. An einer Stelle bröckelte bereits der eingefärbte Putz ab und hier hat Paul de Graaf zugeschlagen und ein Stückchen Mauer herausgeschnitten.

Im Profil werden Schicht für Schicht die Spuren von Street Artists und Vandalen sichtbar – ganz so wie die Baumringe einer Baumscheibe. Aus Spaß hat der „Graffiti-Archäologe“ auch noch einen Zeitstrahl mit ausgewählten Ereignissen der letzten Jahrzehnte den Farbschichten gegenübergestellt. Die jeweilige temporale Zuordnung ist jedoch nach eigenen Angaben de Graafs vollkommen willkürlich. Die Idee gefällt mir trotzdem.








Kommentiere den Artikel

Bitte gib deinen Kommentar ein!
Bitte gib deinen Namen hier ein