Ich und mein Laden! Teil 7 – was wir gegen Lebensmittelverschwendung tun

Einen eigenen Laden aufzubauen, macht viel Spaß, aber auch viel Arbeit. Vielleicht planst du selbst, ein Geschäft aufzumachen und versuchst dich im Wirrwarr der Existenzgründung zurechtzufinden. Unser Tipp: von anderen lernen. Denn die besten Tipps kommen aus Erfahrung. In der fortlaufenden Serie „Ich und mein Laden!“ geht es hinter die Kulissen vom Naschhaus. Das ist unsere ganz eigene Villa Kunterbunt in Friedrichshain und die lädt mit schwedischen Süßigkeiten zum Naschen ein.

Seit der Eröffnung (yeah, wir feiern dieses Jahr unser 2-jähriges Bestehen) hat sich der Laden wunderbar entwickelt. Jede Bestellung bei unserem Großhändler wird größer und die Abstände der Bestellungen verringern sich. Das liegt nicht zuletzt daran, dass unser Onlineshop mittlerweile Fahrt aufgenommen hat und jetzt läuft’s. Doch vor einem Problem sind wir wie die meisten Lebensmittelgeschäfte, Restaurants und Bäckereien nicht gefeit: Lebensmittelverschwendung.

Zu schade zum Wegwerfen

Trotz durchdachter Planung kann es vorkommen, dass eine Leckerei kurz vor oder nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum steht. Vielleicht haben wir einen süßen Ladenhüten erwischt. Geschmäcker sind verschieden und unterliegen genauso Trends wie Cargohosen (sollen ja wieder in sein) oder Choker-Ketten (die fand ich schon in den 90ern schlimm). Manchmal überstehen Lollis die Lieferung zu uns nicht unversehrt. Oder wir – und die Kunden – haben Hunger auf was Neues. Dann wird Platz gemacht und aussortiert. Aber wegwerfen – das muss nicht sein.

Für die Weiterverteilung, wie sie beispielsweise die Tafel Deutschland e. V. organisiert, ist unsere Ausschussrate aber zu gering. Eine Freundin hat uns jedoch auf eine andere Aktion gestupst, die zu uns passt. Als sie neulich mit süßer Beute im Laden stand, waren wir echt angetan. In einem Café hatte sie Kuchen quasi für ’n Appel und ’n Ei ergattert, der ansonsten vom Mülleimer geschluckt worden wäre. Matchmaker zwischen Café und Freundin: die App Too Good To Go.

Mit einer App Lebensmittel vor der Tonne bewahren – so geht’s

Da machen wir mit und haben uns gleich angemeldet. Als Händler können wir eintragen, wie viel Portionen an einem bestimmten Tag voraussichtlich übrig bleiben. Für Kunden und Kundinnen heißt es dann: schnell zuschlagen. Wer zuerst klickt, kommt in den Genuss. Jetzt noch angeben, wann die „Wundertüte“ abgeholt werden kann und fertig.

Wer die App auf dem Smartphone hat, sieht natürlich nicht nur unsere süßen Restbestände, sondern auch all das, was bei anderen Geschäften, Hotels und Konditoreien noch zu holen ist. Für eine leckere Überraschung nach Feierabend lasse ich mich genauso begeistern, vor allem wenn ich damit etwas gegen Wegwerfwahn sowie für Umwelt und Geldbeutel tun kann. Schnell reingeklickt, reserviert und abgeholt. Ein gutes Gefühl ist beim Schlemmen inbegriffen oder, wie der Ökonom sagen würde, eine Win-Win-Win-Situation.

Und das Beste? Wenn du gerade neu in einer Stadt bist, bietet dir Too Good To Go die Möglichkeit, dein Viertel von seiner Schokoladenseite kennen zu lernen. Für Anbieter bedeutet das im Umkehrschluss eine tolle Gelegenheit, ein bisschen Welle im Kiez zu machen: Hoppla, hier bin ich. Das ist Werbung, die uns schmeckt.

Too Good To Go – Wie funktionierts?

Copyright Too Good To Go I Naschhaus

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