UPDATE + VIDEO: Jan Böhmermann und sein Gedicht „Schmähkritik“ gegen Erdoğan

snygo-boehmermann-erdogan-zdf-neo-video1
Derzeit beherrscht ein Thema die Medien: das Gedicht „Schmähkritik“, das Jan Böhmermann am 31. März in seiner Sendung „Neo Magazin Royale“ vorgelesen hat, und die Folgen, die es möglicherweise für den Comedian hat. Im Gedicht beleidigt Böhmermann den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan aufs Übelste und unter der Gürtellinie – und der lässt sich das nicht gefallen. Von der deutschen Regierung fordert er die Strafverfolgung Böhmermanns. Inzwischen hat das ZDF das Video vom Gedicht aus seiner Mediathek gelöscht, in manchen Quellen ist es aber noch immer verfügbar.

Laut Paragraf 103 des deutschen Strafgesetzbuches steht auf die Beleidigung eines ausländischen Staatoberhaupts eine Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren, bei Verleumdung sogar fünf. Die Aufgabe der Bundesregierung ist es nun, zu prüfen, ob Böhmermanns Gedicht den Tatbestand erfüllt – oder ob es von der Kunstfreiheit gedeckt ist und Jan Böhmermann die rechtlichen Konsequenzen erspart bleiben. Inzwischen hat die „Böhmermann-Affäre“ sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag, und Dieter Hallervorden hat mit „Erdogan, zeig mich an!“ ein ähnlich beleidigendes Lied online gestellt.

Update 15.04.2016: Merkel hat das Strafverfahren gegen Böhmermann freigegeben

Update: Falls das Video von Duke wieder verschwindet, ist es bei Bild noch verfügbar.

Spiegel Online berichtet gerade: Jan Böhmermann sagt nächste Sendung ab – Als Grund wird „massiver öffentlicher Druck“ genannt: Jan Böhmermann hat die nächste Ausgabe seiner Sendung „Neo Magazin Royale“ abgesagt. Das teilte der Sender ZDF mit. Der Satiriker steht unter Polizeischutz.

Es wird immer verrückter: Satire der Satire – Diekmann narrt das Netz mit fiktivem Böhmermann-Interview. Wegen der Aufregung um sein Schmähgedicht steht Jan Böhmermann unter Polizeischutz. Jetzt hat „Bild“-Herausgeber Kai Diekmann ein fiktives Interview mit dem Satiriker veröffentlicht – und viele sind ihm auf den Leim gegangen. – via Faz.net

Die Schmähkritik ist eine Äußerung, durch welche eine Person verächtlich gemacht werden soll und bei der es nicht mehr um eine Auseinandersetzung in der Sache geht. Polemische oder überspitzte Kritik ist hiervon noch nicht erfasst; erforderlich ist vielmehr, dass die Meinungsäußerung in der Herabsetzung der Person besteht.

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) stellt wegen der besonderen Bedeutung der Meinungsfreiheit in einer Demokratie an die Einstufung einer Äußerung als Schmähkritik hohe Anforderungen. Der Schutz von Meinungsäußerungen, die sich als Schmähung Dritter darstellen, tritt hinter dem Persönlichkeitsschutz zurück. – Wikipedia

 

Der Text vom Gedicht:

Sackdoof, feige und verklemmt,
ist Erdogan der Präsident.

Sein Gelöt stinkt schlimm nach Döner,
selbst ein Schweinepfurz riecht schöner.

Er ist der Mann der Mädchen schlägt,
und dabei Gummimasken trägt.

Am liebsten mag er Ziegen ficken,
und Minderheiten unterdrücken,

Kurden treten, Christen hauen,
und dabei Kinderpornos schauen.

Und selbst Abends heißt statt schlafen,
Fellatio mit hundert Schafen.

Ja, Erdogan ist voll und ganz,
ein Präsident mit kleinem Schwanz.

Jeden Türken hört man flöten,
die dumme Sau hat Schrumpelklöten,

Von Ankara bis Istanbul,
weiß jeder, dieser Mann ist schwul,

Pervers, verlaust und zoophil
Recep Fritzl Priklopil.

Sein Kopf so leer, wie seine Eier,
der Star auf jeder Gangbang-Feier.

Bis der Schwanz beim pinkeln brennt,
das ist Recep Erdogan, der türkische Präsident.

(via, via, via)

10 Kommentare

    • Was jetzt genau?
      Den Beitrag? Ist doch ein normaler Beitrag. Die Videos kommen nicht von uns, die Tweets sind interessant….

      OK! Die Verlinkung zu Bild.de hätte nicht sein müssen ;)

  1. Wunderbarer Beitrag. Jetzt habe ich das Gedicht auch endlich mal gesehen. Das Thema ist so albern und Merkel hätte sich besser nicht einmischen sollen. Deutschland sollte Erdogan in seine Grenzen weisen, der Typ hat hier nix zu sagen.

  2. mag sein, dass es pressefreiheit ist.
    mag sein, dass es künstlerfreiheit ist.
    mag sein, dass es satirefreiheit ist.
    und mag sein, dass es meinungsfreiheit ist.

    es ist aber abscheulich,
    dieses gedicht unter diesen aspekten zu legitimieren.
    was ist denn mit der ehre eines menschen hier passiert?
    wenn das deutsche werte sind,
    dann möchte ich nicht deutsch sein.

    und wenn man schon artikel 5 (absatz 1) aus dem grundgesetz zitiert,
    dann bitte auch absatz 2 mitzitieren.

    danke, gerne!

Kommentiere den Artikel

Bitte gib deinen Kommentar ein!
Bitte gib deinen Namen hier ein