KLIPPKROOG – Cafe / Restaurant in Hamburg

Die plattdeutsche Bezeichnung für einfache Gastwirtschaft ist Klippkroog. Und so kommt das eher rustikale Lokal in Altona auch rüber: Viel helles Holz kombiniert mit Fabriklampen, frischgebackenem Brot in karierten Tüchern und dazu eine Speisekarte, deren Schrift etwas an hausgemachten Kartoffeldruck und alte Schreibmaschienenschrift erinnert. Das hat den Charme einer geschmackvollen privaten Atmosphäre.
Und zu diesem Wohnzimmercharakter passt auch die Küche. Aus regionalen Produkten werden Köstlichkeiten gezaubert, die nicht aus fernen fremden Ländern importiert werden müssen, um für uns lecker zu klingen. Küchenchef Ilja Knabe lernte bei Josef Viehhauser im Le Carnard und hat einen Hang zur süddeutschen Küche. Dazu kommen leichte französische und italienischen Einflüsse.

Die Abendkarte protzt nicht mit einer Auswahl an 40 verschiedenen Gerichten, sondern bleibt angenehm überschaubar. Steckrüben-Sellerie-Suppe mit Büsumer Krabben hört sich schon einmal gut an. Das Programm der Gastwirte trifft genau den Geist der Zeit: Die meisten Menschen sind mittlerweile extrem verunsichert, was die Nahrungsaufnahme betrifft. Wenn man Artikel über die heutige Nahrungsmittelindustrie liest, vergeht einem der Appetit. Wendet man sich Bioprodukten zu, ließt man den nächsten Tag in der Zeitung, dass man auch in diesem Sektor ziemlich auf den Arm genommen wird. Die Rückkehr zu regionalen Produkten trifft genau den Nerv des verunsicherten Verbrauchers. Das Bedürfnis, sich bewusst und nachhaltig zu ernähren und auszugehen wird bei Klippkroog befriedigt. Hier herrscht zwar der Anspruch auf Nachhaltigkeit, aber in diesem angenehmen natürlichen Ambiente hat man nicht das Gefühl, das die Bio-Schulmeister mit erhobenen Zeigefinger um die Ecke kommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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