KlonBlog auf Tour: Mit der S 1000 XR Modell 2020 in Spanien

KlonBlog auf Tour: Mit der S 1000 XR Modell 2020 in Spanien 7Fünf Jahre ist es her, dass BMW Motorrad mit der S 1000 XR, einer Mischung aus der GS und der Doppel-R, ein neues Marktsegment eroberte. Seitdem hat sie sich 36.000 mal verkauft. Grund genug für eine Neuauflage des Adventure Bikes.

Übrigens war die S 1000 XR in 2015 das erste vom KlonBlog getestete Motorrad überhaupt. Damals waren wir nach Spanien eingeladen worden, und auch dieses Mal sollten wir wieder nach Spanien kommen, allerdings weiter in den Süden nach Almeria. Hier wurde die neue XR zusammen mit dem Schwestermodell, der F 900 XR, vorgestellt. Die beiden Modelle unterscheiden sich deutlicher, als man dem Namen nach glauben könnte. Die Tausender stammt vom Supersport-Motorrad S 1000 RR ab, das letztes Jahr mit satten 207 PS an den Start ging. Die große XR hat den gleichen 4-Zylinder-Motor wie die Doppel R, aber kein ShiftCam und dreht nicht ganz so weit. 12.000 U/min reichen aber für stolze 165 PS. Damit spielt die Tausender in einer ganz anderen Liga als die kleine XR. BMW Motorrad betitelt die Maschine selbst als eine „Kampfansage an Kurven und Kilometer“.

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Unsere Testfahrt begann mit einer kurzen Autobahnfahrt, wo die große XR ihre Vorteile deutlich ausspielen konnte. Die Verkleidung ist noch mal breiter, die höhenverstellbare Scheibe größer und die zusätzliche Leistung bringt einen noch schneller an die 200er Marke, als einem lieb ist. In Spanien sind ja nur 120 km/h erlaubt. So ist eine entspannte und schnelle Anreise ins Urlaubsgebiet gewährleistet. Die Leistungsentfaltung des komplett neu entwickelten Motors oberhalb von 8.000 U/min ist brachial und erinnert mich eher an einen 2000er Supersportler als an ein Tourenmotorrad. Ich muss zugeben, mit gefällt das besser als ein entspannter Boxer oder Reihen-2-Zylinder, der seine Kraft im unteren Drehzahlbereich ausspielt.

Aber immer geradeaus auf der Autobahn, das ist auch nicht das Revier der großen XR, denn nichts fährt sich schöner als kurvige Bergstraßen. Dort musste die große XR erstmal beweisen, dass sie das besser kann als die kleine XR. Im direkten Vergleich fühlt sie sich deutlich größer an als die 900er, was hauptsächlich am dicken Tank liegt. Von den sieben Kilogramm Gewichtsunterschied war nichts zu merken. Ganz im Gegenteil, nach wenigen Kurven hatte ich meinen Fahrstiel an den 4-Zylinder angepasst und konnte die 60 PS Mehrleistung auskosten. Gibt man dem Motor seine Drehzahl, also oberhalb von 8.000 U/min, faucht er wie ein Löwe durch seine Ansaugrohre und lässt 165 Pferde kontrolliert auf die Straße. Dabei kann man die Kraft mit vier festen plus einem freikonfigurierbaren Fahr-Programm regulieren. Die in der WBSK (Superbike-Weltmeisterschaft) entwickelte Traktions-Kontrolle bekommt ihre Daten aus einer ganz neuen 6-Achsen-Sensor-Box und reagiert noch schneller und unauffälliger als im Vorgänger. Im Menü des 6-Zoll-TFT-Cockpits kann man die einzelnen Werte wie Traktions-Kontrolle, Wheely-Control und Motor-Schlupfregelung detailliert einstellen. Alle Funktionen aus der kleinen XR und der Doppel-R sind natürlich auch im XR-Tacho vorhanden.

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Der direkte Vergleich mit dem Vorgänger-Modell nach fünf Jahren fällt natürlich schwer, denn bis auf die Ölablassschraube ist alles neu. Die Sitzposition wurde etwas weiter nach vorn verlegt. Der Heckrahmen besteht aus Rundrohren, was eine bessere Stabilität als Guss gewährleistet. Zehn Kilogramm hat die neue Tausender ausstattungsbereinigt gegenüber ihrem Vorgänger verloren, was vorrangig auf den leichteren Motor sowie den neuen Hauptrahmen zusammen mit Schwinge und Antrieb zurückzuführen ist. Das lässt Raum für neue Features, zum Beispiel die serienmäßig aus der R 1250 R bekannte Hillstart-Control-Pro. Damit hält sich das Bike allein beim Anhalten am Berg und unterstützt beim Anfahren. Das obligatorische Voll-LED-Licht der XR schaut um die Ecke und wechselt automatisch zwischen Tagfahrlicht und Abblendlicht. Das neue semiaktive Fahrwerk hat nicht nur einen doppelt so großen Regelbereich. Aufgrund neuer Ventile arbeitet es auch deutlich feiner und schneller, außerdem erkennt es automatisch die Beladung und passt die Dämpfung daran an. Das neue ABS Pro arbeitet nicht nur im Regenmodus besonders feinfühlig, es erkennt auch, wenn der Fahrer versucht, eine Notbremsung durchzuführen und unterstützt diesen dann mit zusätzlicher Bremskraft. Mal wieder ein Feature, das BMW aus der Automobilwelt ins Motorrad bringt. Jetzt fehlt eigentlich nur noch der Abstandstempomat, und das Ding fährt alleine. BMW hat ihn bereits bei den Tech Days 2019 in Miramas angekündigt.

BMW bietet wie bei der RR auch für die XR ein M-Paket an. Dieses besteht aus diversen Carbon-Teilen und Schmiederädern und spart so noch mal drei Kilogramm Gewicht ein. Und sieht natürlich super aus! Weiterhin bietet BMW ein ganzes Arsenal an Zubehör und Optionen an, mit denen die XR optimal an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann. Die XR steht bereits ab 25.04.2020 beim Händler und kostet ab 16.950 Euro. Mehr Elektronik in einem Motorrad gibt es es aktuell nirgends.

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Vielen Dank an BMW Motorrad für diesen schönen Ausflug nach Spanien!
Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch BMW Motorrad.

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