Kreuz & quer durch Japan mit dem Nachtzug – eine sterbende Tradition?

Womöglich sind dir die japanischen Hochgeschwindigkeitszüge Shinkansen ein Begriff, die mit bis zu 320 km/h den Inselstaat durchqueren. Wesentlich langsamer kommt man mit den traditionellen Nachtzügen voran. In Anbetracht immer günstigerer Inlandsflüge und billiger Nachtbusse handelt es sich um eine aussterbende Art Transportmittel. Nur zwei Züge der Sunrise Linie, die von Tokio bis Okayama gekoppelt unterwegs sind, und danach getrennte Wege fahren, sind noch übrig. Hinter Okayama geht es für den Sunrise Seto weiter nach Takamatsu. Für den Sunrise Izumo ist in der gleichnamigen Stadt in der Präfektur Shimane Endstation.

Die zwei letzten ihrer Art – die Nachtzüge, die vor allem in den 1970er Jahren so beliebt waren – versprühen bis heute Retro-Charme mit erstaunlicher Zurückhaltung. Die Ausstattung ist spartanisch. Dafür können Inhaber eines Japan Rail Passes kostenlos (aber bitte mit Reservierung) in den offenen Nobi-Nobi-Bereichen mitfahren. Wer die mit Teppich ausgelegten Schlafplätze zu unbequem findet, kann gegen Aufpreis auch eine Einzel- oder Doppelkabine buchen.

An Bord wird kein Essen serviert. Der Automat muss reichen oder du hast selbst vorgesorgt. Wer jedoch zehn bis zwölf Stunden unterwegs ist (immerhin sparst du dir das Hotel für die Nacht), möchte morgens wenigstens duschen. Die benötigten Marken für die Duschkabinen sind jedoch begrenzt und rasch vergriffen. Am besten also direkt bei Fahrtantritt zuschlagen!

Retro hin oder her, du magst es lieber komfortabel? Mittlerweile machen private Nachtzüge den staatlichen Konkurrenz. Sie sind wesentlich luxuriöser ausgestattet, kosten aber dementsprechend auch mehr. Hier gibt’s die Bilder für den Direktvergleich. Womit würdest du reisen?











Twilight Express Mizukaze





Sunrise Express sleeper train from Okayama to Tokyo

The $10,000 Hotel on Rails: the Twilight Express Mizukaze

(via) Copyright The Sunrise Seto I Twilight Express Mizukaze

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