Lemonaid wehrt sich gegen Produktkopie von Lidl

Wenn sich ein kleines Start-up mit einem riesigen Konzern anlegt, dann muss es schon gute Gründe haben. Und tatsächlich hat Paul Bethke, der Gründer und Chef von Lemonaid, einen triftigen Grund, wütend auf Lidl zu sein und das auch deutlich zu machen. Denn der Discounter verkauft seit kurzem drei Limonaden-Sorten, deren Flaschen denen von Lemonaid schon verblüffend ähnlich sehen.

Der offene Brief im Wortlaut:
„Lieber Herr Hojer,
wir haben vor rund zehn Jahren das Projekt LEMONAID gegründet, um sozialen Wandel voranzutreiben. Wir setzen auf 100 Prozent Bio-Zutaten und fairen Handel und finanzieren mit jeder verkauften Flasche gemeinnützige Projekte in den Anbauregionen der Zutaten. Unsere Limos sind also nicht allein lecker, sondern Mittel zu einem guten Zweck. Mit dieser Idee haben wir gemeinsam mit vielen anderen, oft kleinen, Akteuren zu einem Umdenken im Lebensmittelkonsum beigetragen. Jeder Kunde hat mitgeholfen, unsere Vision wahr werden zu lassen. Heute stehen wir mit unseren Limos in vielen Bars, Cafés und auch Supermärkten. Bei Lidl nicht. Seit Neuestem steht hier jedoch eine Kopie. Gleiche Optik – gänzlich anderer Inhalt: kein Bio, kein Fairtrade, stattdessen viel Zucker, Farbstoffe und Säuerungsmittel – null sozialer Beitrag. Aber weil Ihre Limo unserer zum Verwechseln ähnlich sieht, glauben Konsumenten nachweislich, sie täten mit dem Kauf des Produktes etwas Gutes. Mit der Kopie von LEMONAID schmücken Sie sich mit unseren Werten, die Ihnen nicht zustehen. Sie täuschen derzeit Kunden, die mit dem Kauf einen sozialen Beitrag leisten wollen. Hierfür sind Sie verantwortlich. Eventuell unwissend, spätestens ab jetzt jedoch wissentlich. In den Unternehmensgrundsätzen von Lidl steht: „Als internationales Handelsunternehmen hat Lidl eine große Verantwortung für Mensch und Natur (…). Daher haben wir uns zum Ziel gesetzt, Deutschlands nachhaltigster Discounter zu werden.“ Wir haben den einfachen Wunsch, dass Sie Ihre eigenen Statuten umsetzen. Dies wird jedoch nicht durch Täuschung wohlwollender Kunden erreicht. Was zu tun ist, sollte klar sein. Wir sind gespannt, ob unser Brief zu Maßnahmen Ihrerseits führt. Mit besten Grüßen aus St. Pauli Paul Bethke, Lemonaid-Gründer.“

Bethke sieht darin eine Täuschung des Kunden. Denn während seine Limonade aus Bio- und Fair-Trade-Zutaten gemacht ist, besteht die von Lidl hauptsächlich aus Zucker und Aromastoffen. Weil Bethke keine Chance sieht, juristisch gegen Lidl vorzugehen, hat er die Werbeagentur Honey mit der Erstellung einer Bilderkampagne beauftragt. Deren Motive zeigen die Flaschen von Lemonaid und Lidl, wobei die Produkte mit Beschreibungen wie „Fairtrade“ bzw. „Unfairtrade“ überschrieben sind. Unten rechts steht das Wort Kopie – in einer Optik, die vor allem Lidl-Kunden bekannt vorkommen dürfte.



Copyright Lemonaid Beverages GmbH

3 Kommentare

  1. Ich muss Tim auch zustimmen. Sehr gut dass das publik gemacht wird. Die großen Konzerne bedienen sich an den Ideen der Kleinen und nutzen Sie schamlos aus. Ich hoffe das es gut ausgeht für Lemonade+

    Bitte mehr von diesen Artikeln.

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