LIEFERHELD.de – Geschmackvolle Henkersmahlzeit?

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Man kann sich darüber streiten, wie geschmacklos dieser TV-Spot von Lieferheld nun wirklich ist. Fakt ist: Es geht um einen Kandidaten aus der Todeszelle, der offensichtlich seine Henkersmahlzeit bei Lieferheld bestellt. Eine Salamipizza. Klar, was sonst. Diese kommt rasend schnell an und schmeckt so so lecker, dass der Todgeweihte sie lieber wegschnabuliert als den soeben entstandenen Fluchtweg zu nutzen. Zweite falsche Entscheidung, würde ich sagen.

Aber zur Sache. Einige Facebook-Kommentatoren weisen darauf hin, dass das Thema Todesstrafe in diesem Spot verharmlosend behandelt wird und der Zeitpunkt der Ausstrahlung zu Weihnachten darüber hinaus ungünstig gewählt wurde. Allerdings: Genaugenommen findet keinerlei Bewertung statt, weder wird die Todesstrafe kritisch betrachtet noch befürwortet. Es wurde lediglich der Fakt aufgegriffen, dass es sie in einigen US-Bundesstaaten unbestritten gibt, um auf dieser Basis einen Werbespot zu drehen. Amnesty International wird nicht unbedingt Beifall klatschen. Aber ist es wirklich moralisch verwerflich? Dürfen Werbespots nur die heile Welt zeigen, es sei denn, die nicht-heile Welt wird angemessen angeprangert? Eure Meinung dazu würde mich sehr interessieren!

Was auf jeden Fall unlogisch ist: der Geistliche leckt sich am Ende des Spots die Finger, als ob ihm die Pizza ebenfalls geschmeckt hat. Also bitte, der Typ in Orange sieht wirklich nicht so aus, als würde er was von seinem Essen abgeben, und schon gar nicht von seinem letzten.

 

2 Kommentare

  1. Die Idee an sich mag kreativ sein, ich befürchte nur, dass dem Thema Todesstrafe durch so einen lustigen Spot die Ernsthaftigkeit genommen wird, die im Umgang mit diesem Menschenrechtsproblem nötig wäre. Wenn man wenigstens noch eine lecker Pizza davor bestellen kann – und dann noch so praktisch – wie schlimm kann das also sein?

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