Lustig, skurril oder doch morbid? Die kleinen Welten von Frank Kunert


Menschenleere Straßenszenen und abgewohnte Einfamilienhäuser kennzeichnen das „Wunderland“ von Frank Kunert. Der Fotograf und Bastler werkelt oft mehrere Wochen, wenn nicht Monate, an Miniaturen, die er anschließend mithilfe seiner Großformatkamera in düster-schrägen „Photographs of Small Worlds“ festhält.

Dabei setzt der Künstler auf eine ungeschliffene Erscheinung, der man die Gemachtheit der Modellwelt ansieht und verzichtet so bewusst auf den Digitalperfektionismus unserer Zeit. Dem Betrachter bietet der jeweilige Mikrokosmos auf schwarz-humorige Weise einen Rückzugsort aus der Spaßgesellschaft. Dabei laden die ad absurdum geführten Wohnwelten mit Autobahnen, die sich durch Siedlungen schlängeln, Treppen, die ins Leere führen und unerreichbaren Eingängen zum Nachdenken über die Auswüchse zivilisierten Lebens ein.

In der Spannung von Titel und Bildwelt werden zudem sprachliche Floskeln als leere Worthülsen enttarnt. Auf der Website des Künstlers heißt es:

If, indeed, „Life goes on,“ then, there is no question about it, it is only with the continued delivery of one’s daily paper and mail. The tombstone will, of course, need a mailbox and a doorbell, […].“

Ob das nun morbid oder lediglich witzig ist? Finde es heraus! Ab 10. September können die kleinen Welten von Frank Kunert im Museum Boppard beschaut werden.







Copyright by Frank Kunert (via)

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