Malegrafie oder Fotorei?

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„So, jetzt bitte recht freundlich für die nächsten 4 Stunden…“ Als die Fotografie im 19. Jahrhundert langsam aber stetig Fuß fasste, war sie zum Großteil einfach nur ein Hilfsmittel für die Malerei. Die Maler konnten ihre Kunden nun einfach ablichten. Somit mussten diese dann nicht stundenlang Portrait sitzen. Ebenso hatten die ersten Fotografien den klassischen Bildaufbau einer Malerei und viele Fotografen hatten Malerei gelernt und wendeten ihre Kenntnisse auf ihre Bilder an. Mit neuen Entwicklungsarten, Filmtypen und Kameraformaten löste sich im Laufe der Zeit die Fotografie aus dem Schatten der Malerei. Getrennt haben sie sich aber nie. Auch heute sind viele Fotografen zeichnerisch begabt. Ganz zu schweigen von dem Zusammenspiel beim Desktoppublishing zwischen Bild und Grafik.

Nithin Rao Kumblekar ist somit nicht der Erfinder dieser Symbiose, jedoch greift er darauf zurück – mit Erfolg, wie sein Projekt „Illustrations“ für Allen Solly bereits 2010 bewiesen hat. Die Malereien erinnern dezent an japanische Druckgrafiken aus dem 18. und 19. Jahrhundert und verbinden das Model und die Kleidung zu einer farbenfreudigen Bildkomposition.

Die Models selbst stechen durch einen Schatten aus dem zweidimensionalen Bild heraus und stehen somit im Vordergrund. Dazu kommt viel Witz in den Aufnahmen, der das Image von Modefotografie auflockert und es auch Leuten ermöglicht Spaß beim Betrachten der Bilder zu bekommen, die – so wie ich zum Beispiel – mit Modefotografie nichts anfangen können. Sehr gelungen!

 

 

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