Mando Footloose: Das erste E-Bike ohne Kette

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Ich wurde zur Eröffnung des Mando Footloose Pop-Up-Store in Berlin eingeladen. Der Store verkauft exklusiv die ersten Exemplare des weltweit ersten E-Bike ohne Kette. Natürlich habe ich mir das nicht entgehen lassen und bin hingefahren um das Mando Footloose probezufahren. Die Verkaufsstelle befinden sich in der Berliner Platoon Kunsthalle in der Schönhauser Allee 9, 10119 Berlin. Die Kunsthalle, die aus Schiffscontainern besteht, passt als Location perfekt wie ich finde. Alles wirkt groß, massiv und irgendwie industriell. Außerdem werden die Bikes sicherlich auch in Schiffscontainern nach Deutschland gebracht. Passt also. Nun aber zum Mando Footloose.


Auf dem ersten Blick fällt das Fahrrad wirklich auf, es sieht stylisch aus und ist einfach anders. Die Kette fehlt und man muss wirklich 2x hinsehen. Sicherlich wird man damit auf der Straße oft angesprochen. In diesem Jahr hat das Mando Footloose einen Red Dot Design Award mit der Begründung gewonnen, dass es „fasziniert durch seinen skulpturalen Charakter und die Art und Weise, wie es sich unkompliziert zusammenklappen und transportieren lässt“. Das auffällige Design stammt vom ausgezeichneten britischen Industriedesigner Mark Sanders.

Die Technik ist sehr interessant. Aber wie funktioniert das? Was ist, wenn der Akku leer ist?
Bei einem „normalen“ E-Bike hat man eine Kette, beim Treten wird man durch einen Elektromotor zusätzlich unterstützt. Ist der Akku leer, kann man trotzdem weiterfahren. Beim Mando Footloose ist es anders. Beim Treten erzeugt man durch eine Art Dynamo Strom für den Motor und setzt damit das Fahrrad in Bewegung. Das fühlt sich anders an, ist spannend, kann aber auch wirklich ein Problem darstellen. Bei einer Akkulaufzeit von 35-45 km ist man in der Stadt damit sicherlich gut bedient, aber wenn es doch mal hart auf hart kommt, sieht man alt aus. Dann hat man ein schickes E-Bike, das 22kg wiegt und sich eigentlich nur noch schieben lässt – ob zusammengeklappt als Trolley oder im Ganzen ist dabei egal. Tragen wird man es sicherlich nicht. Man kann sich ja zur Not auch in ein Taxi setzen, da passt es problemlos rein.

An der Steckdose dauert es mit einem Ladegerät des Typs 4A ca. 1,5 Stunden, bis der Akku wieder auf 90% seiner Leistung ist und ca. 3 Stunden bis er wieder komplett voll ist. Positiv ist, dass durch den Verzicht der mechanischen Verbindung zwischen Tretkurbel und Hinterrad auch keine störenden, schmierigen Teile mehr vorhanden sind. Man kann also entspannt radeln ohne dreckig zu werden. Kein Hochkrempeln der Hosenbeine, keine schmierigen Finger – einfach eine saubere Sache.

Nach einer kurzen Einweisung hatten wir nun alle die Möglichkeit das E-Bike ohne Kette ausführlich zu testen. Es gibt mehrere Einstellmöglichkeiten die man mit etwas Mühe vornehmen kann. Eigentlich ist der Fahrradcomputer nur mit 3 Knöpfen ausgestattet. Wirklich intuitiv ist es trotzdem nicht. Aber das hat man ja schnell raus. Der abnehmbare Boardcomputer zeigt die Geschwindigkeit, den Akkuzustand, die zurückgelegte Distanz und dient auch als Sicherheitssystem. Nimmt man den Computer ab, ist das Mando Footloose ohne Funktion. Als Diebstahlschutz würde ich es nicht bezeichnen, weil wegschieben kann man es ja immer noch.


Am Lenker gibt es einen kleinen Gashebel, dieser wird als Anfahrhilfe für den schnellen Start am Berg oder wo auch immer benötigt. In Deutschland ist dieser Hebel auf 6km/h gedrosselt. In anderen Ländern soll es wirklich bis zu 32km/h möglich sein damit zu fahren. Hier in Deutschland sind solche E-Bikes ja generell auf 25km/h beschränkt. Der Gashebel hat meinen Erwartungen nicht entsprochen, irgendwie ging es eher schleppend los, der Start war auch nicht immer gleich. Es ist also nicht 100%ig Verlass wie ich fand. Vielleicht hatte ich aber auch ein Montagsgerät beim Test.

Leider fand ich auch das Fahren etwas ungleichmässig, die Technik mit den Sensoren und der automatischen Gangschaltung soll ein gleichmässiges Fahren gewähren, leider reagiert es aber irgendwie nicht auf äussere Umstände. Also wenn man kurz mal etwas schneller fahren möchte, weil man jemanden überholt oder vielleicht schneller an der Ampel los möchte, kann man sich das schnellere Treten sparen. Das Mando Footloose reagiert darauf nicht weiter, der Tritt wird laut Aussage der Mitarbeiter auch eher verschwendet, viel Treten bringt also auch keinen höheren Energiegewinn und damit eine höherer Reichweite.


 

Fazit
Für mich ist das Fahrrad ein guter Schritt in die richtige Richtung, aber nicht das, was ich erwartet hätte. Das Design ist auffallend, der Klappmechanismus ist einfach und schnell zu bedienen. Das Fahrrad ist klein, aber leider sehr schwer und der Akku ist nicht abnehmbar. Also müsste ich das Fahrrad mit seinem Gewicht bei mir zuhause bis in die 5. Etage schleppen. Ich glaube da kann ich also auch 20km ohne Unterstützung fahren und komme dafür bequem die Treppe rauf. Ein Manko, das mich wirklich sehr gestört hat, sind die Schweißnähte, ich habe keine Ahnung warum man diese klare Linie des Rahmens nicht auch dort durchgezogen hat. Ich kenne mich mit der Schweißtechnik nicht aus, aber irgendwie hätte man das sicherlich vor dem lackieren auch schleifen können. Ich finde die stören das klare und glatte Design etwas. Apple hätte das sicherlich sauberer hinbekommen *grins*

Das Mando Footlose ist in den Farben weiß, grau, blau und schwarz erhältlich und wird im Aktionszeitraum mit exklusiven Lederelementen oder wahlweise einer Transporttasche angeboten. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 3.999 Euro.

 

 

 

 

 


Pressebilder: 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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