MARKETING – Auch Patzer bringen Publicity (WUNDERKIT)


Manchmal fragt man sich, was machen die Firmen mit Absicht und was nicht? Was ist Marketing-Strategie und was ist einfach nur fehlerhaftes Arbeiten? Aktuell hörte man zum Beispiel gerade viel von Apps wie Path oder Wunderkit.

Schauen wir uns mal die Network-App Path an. Vor wenigen Wochen noch ziemlich unbekannt, wurde dann pötzlich überall über sie berichtet. Der Skandal: Path speichert die Daten aus dem iPhone-Telefonbuch. Die Stimmen der User gingen da auseinander, manche regten sich extrem auf, andere sahen überhaupt kein Problem. Die guten Bewertungen blieben aber trotzdem. Path selbst blieben völlig ruhig. Schließlich gab es schon vor ihnen größere Apps wie Twitter, die auch die Kontakte aus dem iPhone nutzen. Trotzdem reagierten sie erstaunlich schnell mit einer Ankündigung, dass die Daten natürlich gelöscht werden, und mit einer neuen Version, die die User nun um Zustimmung fragt, um auf die Kontakte zuzugreifen.


Dass das nun alles Absicht war, können wir nun nicht behaupten, aber auf jeden Fall hat es den guten Bewertungen keinen Abbruch getan und zusätzlich für eine Menge Publicity und damit für neue User gesorgt.

Eine andere Geschichte ist die App Wunderkit von den 6Wunderkindern. Durch die kostenlose App Wunderlist hatte man sich schon im letzten Jahr viele User und Fans eingefangen und Wunderkit schon gleich zu Beginn und in regelmäßigen Abständen mit angekündigt. Als dann endlich die Beta-Version von Wunderkit erschien, gab es schon ein großes Hallo und viel Berichterstattung. Kurz darauf wurde dann das Preismodell bekannt und da teilten sich die Meinungen der User. Man sollte tatsächlich nur als bezahlender User in den Workspaces anderer mitarbeiten können. Aber wieder war Wunderkit im Gespräch.

Gestern reagierten 6Wunderkinder dann darauf mit einer großen Neuerung. Zukünftig ist Wunderkit für alle kostenlos. Natürlich habe man hier auf die Stimmen der User gehört. Denn die sind ja die Wichtigsten. Und um den Valentinstag ging es in der Mail, die an registrierte User geschickt wurde, und um Liebe. Da wird uns gleich warm ums Herz und wir freuen uns noch mehr, dass wir nichts bezahlen müssen. Wieder fette Publicity um Wunderkit und wieder mehr zufriedene User. Ganz im Nebensatz dann der nächste Schachzug: Es wurde die neue App Files für Wunderkit angekündigt. Oder eigentlich nur erwähnt, um zu zeigen, dass es doch noch Gründe geben wird, um zu bezahlen, nämlich z.B. für mehr Speicher in Files.

Many of you voiced concerns about our initial pricing plan. You worried that by using a free account you were not able to get involved with other people’s projects, and the fact that your friends would have to pay if they wanted to join yours. We thought about it for a little while and said ‚You know what? They’re totally right‘. And with that, I’m happy to announce that we’re not putting a price on collaboration. It should be free for all. Period. So as of today Wunderkit is, and always will be, completely free for everybody on the planet.

Also wir müssen feststellen: Am Ende ist es egal, was man sich alles für Patzer leistet. Solange man den Usern nur genug Honig ums Maul schmiert, bleiben die Bewertungen top. Und solange nur irgendwas über einen berichtet wird, kommen die neuen User in Scharen.

Bildquelle: aboutpixel.de / Four Of a Kind © Ronald Leine

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