Matthew Cox bestickt Röntgenbilder


Ursprünglich mit dem Wunsch, Opernsänger zu werden, wandte sich Matthew Cox im Alter von ungefähr 20 Jahren erst relativ spät der visuellen Kunst zu. Das Multitalent fertigt heute Stempelkunst, Ölgemälde, dreidimensionale Skulpturen aus Rechnungen sowie anderem Altpapier und schreibt Kurzgeschichten, die er mit Graphit und Tinte selbst illustriert. Bekannt ist er jedoch für seine Stickereien auf Röntgenaufnahmen.

Der Mann aus Philadelphia in den USA setzt liebend gerne buntes Garn auf den monochromen Kunststoffgrund. Mit farbenfrohen Fäden haucht er klinisch-tristen Aufnahmen des menschlichen Knochenbaus Leben ein und näht so äußerlich zusammen, was innen gebrochen scheint – auch eine Form der Heilung.

Seine Motive reichen dabei vom aufmunternden Blumenstrauß bis zum Superhelden mit übermenschlichen Kräften. Sogar Motiven der griechischen Mythologie bedient er sich, um der gefühlskalten Welt der bildgebenden Diagnostik etwas warme Heimeligkeit entgegenzusetzen. Diese aparte Materialkonfrontation zeichnet seine Arbeiten aus. Cox nennt unter anderem die französische Künstlerin Annette Messager sowie den britischen Maler Francis Bacon als wichtige Einflüsse. Beide haben sich ebenfalls mit der Deformation und Fragmentierung des menschlichen Körpers auseinandergesetzt.

Matthew Cox is a Philadelphia- based artist who embraces and joins a variety of media to produce several thematic series of work. Medical x-rays and embroidery, couture and crime, rubber stamps, short -story prose and paint all layer toward a darkly comic and anachronistic impression of the human condition in the twenty-first century.“



















(via)

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