Nestlé vs. Greenpeace: Es geht in die nächste Runde

Es weitet sich zu einer Schlammschlacht aus, aus der Nestlé eigentlich gar nicht mehr gestärkt hervorgehen kann. Für Nestlé kann es nur noch um Schadensbegrenzung gehen, im „Kampf“ gegen Greenpeace, der seit knapp einer Woche rund um die Palmölproblematik bzgl. Kitkat auf allen Kanälen tobt.

Zuerst liess Nestlé vor lauter Anschuldigungen die offizielle KitKat-Fanpage auf Facebook löschen, da man dem Ansturm und Spam nicht mehr Herr wurde. Dann kündigte man jegliche Zusammenarbeit mit „Sinar Mas“, dem zweifelhaften Zulieferer, um den es eigentlich im Kern ging. Und Nestlé dachte wohl, damit nun endlich aus der Schusslinie von Greenpeace-Aktivisten für’s erste heraus zu sein.

Falsch gedacht, wie sich heute herausgestellt hat. Greenpeace hat das nächste Video veröffentlicht, dass gegen den Schokoriegel Stimmung macht. Denn der Bedarf an Palmöl ist ja nach wie vor vorhanden, und damit auch die weitere Abholzung von Regenwald nicht gestoppt, den Greenpeace anprangert. Hier nun also das neue, auch nicht gerade zimperliche Video, das Greenpeace auf die Reise durch das Internet schickt:

Eines muss man Greenpeace nun wirklich lassen, sie verstehen es perfekt, durch minimale Mittel für so grosse Aufmerksamkeit zu sorgen und Weltkonzernen wie Nestlé damit immer wieder echte Probleme zu bereiten.
Nur man muss halt auch sehen, dass Greenpeace fast schon darauf angewiesen ist, regelmässig solche öffentlichkeitswirksamen Kampagnen zu fahren, um in der Spendengunst nicht abzufallen. Und das birgt eben auch die Gefahr, dass man weniger mit Diskussionen und Kommunikation versucht, Probleme aus der Welt zu schaffen, sondern eben eine Argumentationsebene komplett überspringt und nur noch mit aufmerksamkeitsstarken Videos und Bildern Stimmung macht.
Und das ist, finde ich, auch in dieser Kampagne mal wieder deutlich zu spüren, und lässt für mich jedenfalls, abgesehen von der sicherlich guten Absicht, mehr und mehr auch Kritik gegenüber Greenpeace aufkommen.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie es mit beiden Seiten nun weitergeht, ob es noch in eine weitere, nächste Runde geht, oder ob es Nestlé nun endlich gelingt, die Wogen etwas zu glätten.

8 Kommentare

  1. Aloha,

    da kommen sie sowieso nicht mehr raus… den Ruf haben sie nun so langsam weg. Ist wie bei Campari Red… dekt heute auch noch jeder, dass die rote Farbe immer noch von Läusen kommt, obwohl das seit Jahren nicht mehr der Fall ist. Okay, so weit wird’s bei Kit-Kat nicht geben, da es noch nicht ganz so im richtigen Mainstream angekommen ist. Aber warten wir mal ab. Auch wenn sie schon löschen ließen und Verträge kündigten, die Presse kann es immer noch medial ausweiden. ich mag derartige Berichterstattung gar nicht, aber irgendwo zeigt das doch wieder die Schwächen der Konzerne auf, wie schlecht sie teilweise doch ihre Lieferanten prüfen. (Siehe zB. auch Kinderarbeit bei Fussballherstellung oder anderen Bekleidungen namhafter Hersteller, oder Coca-Cola in Indien etc.)

    Viele Grüße, Andi

    • Ja, Nestlé ist natürlich nicht unschuldig. Nicht nur der zweifelhafte Lieferant … sondern eben auch das hilflose Agieren, was Facebook etc. angeht. Aber bisher sind ja nicht so viele Mainstream-Medien auf den Zug aufgesprungen. Vielleicht auch, weil es um ein Problem geht, dass eh bekannt ist, die Regenwaldabholzung. Wenn jetzt Palmöl aus den Affen gewonnen werden würde, wär der Aufschrei auch in der Bevölkerung natürlich um einiges grösser.

      Aber mal total Offtopic: Du erinnerst mich immer an diesen Andi aus der Congstar-Werbung. Der sagt doch am Anfang auch immer „Aloha“ :D
      http://www.congtar.de/andy

      oder bist du es sogar?? ;)

      • *lach* Ich sage es glücklicherweise schon länger als es Congstar gibt. Aber nein, der Andi bin ich nicht. Leider kann ich nur gut im Web surfen, trag auch keine Perücken und bin (denk ich mal) nicht ganz so ein Poser. ;)

        In diesem Sinn: Ahoi ’n Cheers, Andi

        • ok :) war mir nur direkt aufgefallen, weil man die Werbung ja zurzeit überall sieht und Aloha auch jetzt nicht so gängig ist! :)

  2. Ich habe dieses Thema nun auch auf einigen Blogs verfolgt und finde, Greenpeace übertreibt es ziemlich. Natürlich enthalten die Riegel Palmöl, aber es ist definitiv nicht nur Nestle, das so der Umwelt zusetzt. Ich habe den Clip gesehen, bei dem ein Mitarbeiter in der Pause seinen blutigen Riegel isst und ich finde, dieser Werbespot ist richtig unangebracht und wettbewerbeschädigend.

  3. Man müsste eine reihe von Videos aufnehmen,damit man die wahre Grausamkeit sieht und (wie viele Tierarten zu grunde gehn uta. unsere Umwelt) es wäre nicht genug gezeigt,nun dieses Ausmaß werden wir eines tages am eigenen Leibe spüren x?!Ich bin 22 jahre alt kein Doktor und auch kein Held,doch eines weiß ich: manche sehen zu und andere helfen mit so und nun labert ihr nur weiter über Nestle und Coca Cola….Peace

  4. Man sollte damit einfach viel öffentlicher umgehen und das ganze nicht nur auf ein Unternehmen festsetzen. Hier spielen noch ganz andere Faktoren eine Rolle, die man nicht vergessen sollte.

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