Neue Serie: Ich und mein Laden! Teil 1 – Die Eröffnung // Naschhaus


Es ist ja nicht so, dass mir das Bloggen zu langweilig geworden wäre. Aber ich hatte schon immer Lust, einen Laden zu eröffnen, und das habe ich jetzt getan. Eine ziemlich aufregende Sache, so eine Ladeneröffnung, das kann ich Euch sagen! Daher möchte ich Euch gern daran teilhaben lassen. Ich werde darüber bloggen, wie es mir mit meinem Laden so ergeht, und ich werde für Euch Produkte testen, die in einem Laden Verwendung finden. Und wer weiß, vielleicht packt Euch ja auch die Lust es einfach mal zu wagen.

Denn ein Wagnis ist es, das kann man nicht anders sagen. Es kostet viel Zeit, Kraft, Nerven und vor allem Geld. Aber es ist auch unglaublich schön und spaßig, wenn man es dann erstmal geschafft hat. Die Idee war mit dem Wunsch meiner Frau geboren, sich beruflich umzuorientieren. Wir wollten zusammen was auf die Beine stellen. Und es sollte irgendetwas mit Lebensmitteln zu tun haben. Als dieser Wunsch immer dringender wurde, spielte uns der Zufall in die Karten. Direkt gegenüber von unserem Lieblingsspielplatz wurde ein schöner Laden frei. Wir wussten beide sofort, was wir damit anstellen wollen würden. Es fühlte sich an wie Fügung, wir waren hibbelig und aufgeregt. Schnell machten wir einen Businessplan und konkretisierten unsere Ideen. Schwedische Süßigkeiten wollten wir anbieten. Und selbstgemachtes Eis am Stiel. Das Naschhaus war geboren!

Machen wir das wirklich?!

Und dann – war der Laden weg. Vermietet, an jemand anderes. Wir waren nicht schnell genug. Dabei hatte sich alles so richtig angefühlt. Wir schluckten unsere Enttäuschung runter und machten business as usual. Wenn der Alltag vorher schon nicht mehr zufriedenstellend war, war er es nun erst recht nicht mehr. Wochenlang strichen wir um den Laden herum, der noch immer leer stand. Dann erhielten wir den entscheidenden Tip. Der neue Mieter des Ladens sucht nach Untermietern. Da war sie wieder, die Fügung! Denn der ganze Laden wäre eigentlich eh zu groß für uns gewesen. Der halbe Laden hingegen war perfekt. Wir nahmen Kontakt mit dem Mieter auf und waren uns sofort sympathisch und sehr schnell einig. Wir schlossen einen Untermietvertrag und am nächsten Tag kündigte meine Frau ihren Job. Ihren gut bezahlten, sicherer Job, wohlgemerkt. Hatte ich erwähnt, das wir zwei kleine Kinder haben? Wir hatten das Gefühl, etwas ungeheuer Verrücktes zu tun.

In den nächsten Wochen wartete unglaublich viel Arbeit auf uns. Ich kam meistens nur zum Schlafen nach Hause. Meine Frau half mir tagsüber, ab dem Nachmittag kümmerte sie sich dann um die Kinder. Durch die Teilung des Ladens mussten wir umfangreiche Umbaumaßnahmen vornehmen, die Fassade erneuern und Heizungen umsetzen. Ich bin gelernter Möbeltischler und hatte den Anspruch, sämtliche Möbel selbst zu bauen. Wir mussten uns um die Behälter für die Süßigkeiten kümmern, ein Kassensystem, die Lagerhaltung, das Logo, das Layout, es nahm einfach kein Ende.

Irgendwann legten wir uns auf einen Eröffnungstermin fest. Dass das knapp werden würde, war ja klar. Aber wie das immer so ist – natürlich gingen noch viel mehr Dinge schief oder dauerten länger oder funktionierten einfach nicht. Es war ein unfassbarer Kraftakt, der nur mit der Unterstützung unserer Verwandten und Freunde möglich war. Aber am Abend vor der Eröffnung gingen wir mit dem Gefühl ins Bett, es geschafft zu haben. Unser Laden war fertig – und wunderschön.


Am nächsten Morgen dann der große Schock: die Espressomaschine war über Nacht ausgelaufen, der Laden stand 2 Stunden vor der Eröffnung 5 cm unter Wasser. Ich muss zugeben, dass war zu viel für mich. Ich glaube, ich hatte einen Nervenzusammenbruch oder so etwas, aber es hilft ja nichts. Wir haben alle unsere Freunde aus der näheren Umgebung zusammengetrommelt, und kurze Zeit später war der Laden voll mit Menschen und ihren Handtüchern. Wir haben das Unmögliche geschafft und konnten 2 Stunden später pünktlich eröffnen. Wie viel von den mühsam aufgebauten Möbeln und vom Fußboden Schaden genommen haben würde, konnten wir nicht absehen und blendeten wir komplett aus.

Endlich geht es los!

Die Eröffnung wurde dann ein voller Erfolg. Es waren unglaublich viele Menschen da, die unsere Süßigkeiten kosteten und schnell ebenso begeistert waren wie wir über die Vielfalt und den Geschmack der schwedischen Leckereien. Wir hatten eine Pippi Langstrumpf und einen Piraten organisiert, die die Kinder schminkten und Luftballonfiguren bastelten. Die beiden haben einen tollen Job gemacht, diese Agentur kann ich Euch wärmstens ans Herz legen. Dieser Tag war wirklich einer der aufregendsten, die wir jemals hatten. Ich glaube, nur die Geburten unserer Kinder und unsere Hochzeit können die Anstrengung und die Freude toppen, die wir an diesem Tag erlebt haben.


Inzwischen hat unser Laden schon seit einem Monat geöffnet. Wir dürfen jeden Tag in strahlende Kinderaugen blicken, und auch die Erwachsenen, vor allem die Lakritz-Fans, können wir glücklich machen. Das entschädigt uns für all die Anstrengungen, die nötig waren, um einen schönen Laden ganz nach unseren Vorstellungen aufzubauen. Momentan arbeiten wir mit Hochdruck daran, bald unser selbstgemachtes Eis am Stiel anbieten zu können. Wir sind spät dran, ich weiß, aber auch hier gilt: Alles geht schief, was schief gehen kann. Was solls, wir werden auch das schaffen! Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Ich freue mich sehr über Euer Feedback und Eure Fragen. Noch mehr freue ich mich natürlich, wenn Ihr mal vorbeikommt! Jeder Leser des KlonBlogs bekommt eine kleine Naschtüte geschenkt. Bis dann!

Naschhaus
Schreinerstr. 15
10247 Berlin
In der alten Kinderwirtschaft direkt am Drachenspielplatz.

Hier noch ein paar wunderbare Fotos






Unsere Baustelle

So sah der „Laden“ zum Anfang aus.

Der Fußboden wird wieder frisch gemacht.

Das Süßigkeitenregal und gleichzeitig der Raumteiler entsteht. Gefüllt wiegt das Regal übrigens knapp 800kg. Wahnsinn.


4 Tage vor der Eröffnung sah es dann so aus.

Da kommt endlich die erste Lieferung direkt aus Schweden. Beste Godis für Berlin!

6 Kommentare

  1. Hallo Andreas,

    ich finde das sooo mutig, dass Ihr das wirklich durchgezogen habt – bei allen Höhen und Tiefen. Uff, die Espressomaschine! Den Wunsch von einem eigenen Laden hege ich auch schon lange, aber so à la Leerstand beim Lieblingsspielplatz hat sich bei mir noch nichts ergeben. Mal sehen, was noch kommt!

    Ich wünsche Euch vieren auf jeden Fall weiterhin viel Erfolg und natürlich auch jede Menge Spaß im Eurem Naschhaus.

    Liebe Grüße,

    Eva

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