Prioritäten setzen: Facebooks Nippelverbot geht vor?

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Facebook ändert bekanntlich gerne seine Nutzungsbedingungen. Die wenigsten lesen sich durch den gesamten Katalog von Rechten und Pflichten. Fest steht jedoch, dass sowohl „bedrohliche“ wie auch „pornografische“ Inhalte auf dem Netzwerk verboten sind.

Das hat unter anderem zum sogenannten „Nippelverbot“ geführt. Natürlich ist die Sicherheit und Achtung von Rechten im Netz wichtig. Doch Facebook holt anscheinend in Sachen Nippeln zum pauschalen Rundumschlag aus. Das erschwert unter anderem Organisationen wie Macma (Movimiento Ayuda Cáncer de Mama), einer argentinischen Brustkrebs-Selbsthilfegruppe, die Arbeit. Um auf Vorsorgeuntersuchungen aufmerksam zu machen, wurde das Zeigen von weiblichen Brustwarzen einfach umgangen, indem männliche Probanden zum Brust-Abtasten hergehalten haben. Die Facebook-Zensur hat das Video jedenfalls passiert. Die Frage bleibt, warum männliche Brustwarzen eigentlich nicht der Zensur unterliegen? Und mehr noch: Haben wir im Moment nicht ganz andere Sorgen?

Facebook wirkt engagiert, wenn man seine Profilbilder in belgische und französische Flaggenfarben tauchen kann. Jedoch stellt das Unternehmen nicht den gleichen Service für Terror-Opfer anderer Länder zu Verfügung, wie etwa nach den über 40 Toten in Beirut, Lebanon, Mitte November 2015 – fast zur gleichen Zeit, als die Anschläge in Paris stattfanden.

Der Fotograf Olli Waldhauer hat eine neue Protest-Aktion gegen Facebook gestartet. Im Rahmen von #NippelstattHetze lädt er Nacktbilder hoch, die kurze Zeit später von Facebook entfernt werden. Hassbotschaften wie „Kaufft nicht bei Kanaken“ bleiben allerdings lange online. Ob die Aktion tatsächlich zum Umdenken führt oder doch nur provokative Augenwischerei bleibt, wird sich erst noch zeigen. Was glaubst Du?

https://www.youtube.com/watch?v=Ais88Os_CTg

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