Rent a Homeless – innovative Geschäftsidee?

Menschenverachtend, herabsetzend, unethisch? Oder doch eine Chance für Obdachlose, eine Werbemöglichkeit für Unternehmen, und damit eine innovative Geschäftsidee? Oder sowieso alles nur ein Fake, ein Marketinggag der üblen Sorte?

Nun, worum geht es überhaupt: Seit wenigen Wochen ist die Seite Rentahomeless.com online. Dort wird ein neues und innovatives Geschäftsmodell angepriesen. Unternehmen sollen Obdachlose mieten können, oder vielmehr deren Kleidung, Tafeln etc., um diese als Werbeträger zu nutzen. Davon sollen dann zum einen die Obdachlosen profitieren, die ein geregeltes kleines Einkommen bekommen, und zum anderen natürlich die Unternehmen, die damit ungewöhnliche „Werbeplätze“ mieten könnten und gleichzeitig sich auch noch sozial engagieren können. Man könnte auch von wandelnden Litfaßsäulen sprechen.

Was sich erst nach einem schlechten Scherz anhört, scheint beim ersten Betrachten der Website wirklich ernst gemeint zu sein. Sobald man sich die Sache dann aber etwas näher anguckt, Twitter-Account, gekünzelte Zitate von angeblich zufriedenen Kunden, kein einziges Bild, das die Aktion zeigt usw., dann kommt doch schnell zu dem Schluss, dass es sich dabei eigentlich nur um einen Scherz, schlechten Marketinggag oder wie auch immer handeln kann. Aber sicherlich nicht um ein ernst gemeintes Geschäftsmodell … und wenn, dann nur um ein sehr bescheiden aufgezogenes.

Aber mal ganz abgesehen ob Fake oder kein Fake. Welches Unternehmen würde seine Marke schon gerne in Verbindung mit Obdachlosen bringen wollen? Mir fällt da keines ein. Ein Geschäftsmodell also, ohne wirkliche Kunden, wenn man so will. Klingt erfolgsversprechend. Und spätestens ab dem Satz „Mit einer einzigartigen Trackingtechnologie haben Sie den Ablauf Ihrer Kampagne immer im Überblick.“ ist das ganze dann ins Lächerliche gegangen.

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