Rittersport: Virales Marketing next Generation

Virales Marketing ist inzwischen Bestandteil jeder etwas grösser angelegten Marketing kampagne geworden. Es ist weder das Salz in der Suppe noch ein Universalinstrument … es ist einfach ein Teil einer modernen und zeitgemässen Marketingstrategie. Clip produzieren, auf YouTube und Co. hochladen, gezielt etwas Werbung in Foren oder Blogs streuen und dann hoffen, dass sich der Clip schnell im Netz wie ein Virus ausbreitet … viral eben. Soweit zumindest die klassische Vorgehensweise.

Das Problem was sich jetzt auftut, ist aber blöderweise folgendes: Durch das Überangebot von solchen Videos im Netz, die alle den Anspruch haben, irgendwie viral zu sein, wird es immer schwieriger, sich von der Masse abzusetzen. Es reicht nicht mehr aus, nur ein gutes Video zu produzieren. Es muss noch nie da gewesen, neu, erfrischend anders … ja einfach besser sein als der ganze virale Haufen von Videos, die zwar irgendwo im Netz herumschwimmen, aber nicht wirklich vom Fleck kommen. Und dafür braucht es vor allem eines: eine gute, nein, eine geniale Idee!

Rittersport hatte für die Wiedereinführung ihrer Olympia-Schokolade zwar vielleicht nicht die passende Idee für ein virales Video, welches man hätte produzieren können. Aber sie haben sich das Netz mit einer neuen Strategie zu Nutzen gemacht. Mit einer Fortführung des herkömmlichen viralen Markteings wenn man so will – dem Videowettbewerb.

Anstatt selber Ideen zu entwickeln und virale Videos zu produzieren, gibt man den Auftrag einfach an die Netzgemeinde weiter. „Ihr macht uns die Videos, und wir suchen uns die besten aus“. Ein paar Preise versprechen für die Gewinner, eine Plattform für den „Videowettbewerb“ schaffen, und schon läuft das virale Marketing von ganz alleine. Die User produzieren Videos am laufenden Band, haben teils geniale Ideen und tolle Umsetzungen, und wenn nicht ist es eigentlich auch egal. Die Videos kursieren im Netz und werben nebenbei alle für die neue Rittersport.

Und das ist keineswegs irgendwie abwertend gegenüber Rittersport gemeint. Im Gegeneteil. Es ist einfach eine neue Form des viralen Marketings, die zurzeit noch nicht so verbreitet ist, und sich damit auch von der Masse absetzt. Und so praktische Nebeneffekte, wie die selbstständige Verbreitung der eingesandten Spots und auch noch die Möglichkeit der Verwendung des „Siegerspots“ als TV-Werbung oder neue virale Kampagne, nimmt man natürlich gerne mit.

Aber eines muss man wieder bedenken: Auch diese Strategie wird nur so lange Erfolg haben, bis sie nicht mehr einzigartig und neu ist … bis sie nicht genauso ein Bestandteil der Marketingstrategie ist, wie zurzeit die herkömmlichen viralen Videos. Und bis dahin darf man Rittersport zu dieser wirklich gelungenen Kampagne gratulieren!

Und hier noch das nette Siegervideo: „Ritter Sport Quartett“

12 Kommentare

  1. Schöner Artikel! Interessant!
    Videowettbewerbe sind zwar auch nichts unbedingt neues mehr, aber immer noch relativ selten. Aber das wird sich in nächster Zeit sicher noch ändern! :)

  2. @Manu: ja das stimmt, neu ist die Idee nicht. Aber eben wie du sagst, halt noch nicht so verbreitet
    Aber habe selten in DE so eine Aktion gesehen, die so gut und professionell durchgezogen worden ist wie jetzt bei Rittersport!

  3. Klasse Artikel! Interessant das ganze mal von einer reinen Marketingsicht zu sehen.
    Denke auch dass so Wettbewerbe sich in Zukunft häufen werden und dann natürlich auch nichts besonderes mehr sind.

    Und mal btw: bin richtig überrascht, was für viele guten Viodes bei dem Wettbewerb eingesendet worden sind! :)

  4. Hallo
    Ich habe den Videowettbewerb von Ritter Sport gewonnen und schon bei so manch anderen Wettbewerben teilgenommen.
    Natürlich verstehe auch ich die Intention dieser Wettbewerbe. Aber eigentlich ist doch jedem geholfen: Die Großfirmen haben ihre Werbung, die kreativen Filmemacherneulinge einen Auftrag und mit guter Umsetzung auch eine recht gute Entlohnung. Als Instrumentallehrer muss ich einige Stunden absitzen, um das Preisgeld eines solchen Wettbewerbes zu verdienen ;)

    Einer der größten und besten Wettbewerbe dieses Jahres war der Panasonic „Wir sind Papphelden“ Wettbewerb. Hier wurde richtig professionelles Zeug reingestellt.

    Mal sehn, wie es sich weiter entwickelt!
    Gruß vom Ritter Sport Quartett

  5. @Markus Straßer: glückwunsch zum Sieg des Wettbewerbs! Echt gute Idee mit dem Quartett! ;)

    Ja letztendlich profitieren natürlich alle davon, das stimmt. Sonst würde auch keiner mehr Videos einschicken und aufwändig produzieren.

    Und von dem Panasonic Wettbewerb hatte ich auch schon mal gehört. Muss ich mir wohl mal ein paar Videos angucken! Danke :)

  6. Hallo Kloni,

    Toller Artikel und danke für den positiven Grundton – als einer der Väter der Kampagne kitzelt mir das natürlich den Bauch rosa :).

    Allerdings möchte ich eine Aussage aus Deinem Artikel gerne ein wenig relativieren: Die Olympia-Kampagne auf http://rittersportolympia.de war KEIN reiner Video-Wettbewerb… das Thema Video war eigentlich eher ein Nebenschauplatz, auf dem die Kreativen unter den Fans sich austoben durften. Wichtig ist aber: Es sollten FANS sein, keine Videokünstler.

    Denn wir wollten weniger coole „Fimchen“ erstellen als vielmehr zeigen, wie cool die Leute bei Ritter Sport sind (der Herr Ritter liest nämlich TATSÄCHLICH eigenhändig die Fanpost), dass Ritter Sport auf die Kunden hört (und deswegen auch die Schokolade zurückbringt) und vor allem, dass bei Ritter Sport die Fans im Fahrersitz Platz nehmen dürfen. Anstatt nämlich irgendeine doofe Werbung „serviert“ zu bekommen, konnten die Fans sich auf dem Blog regisrieren, dort miteinender reden, ihre Wünsche äussern und haben dann auch noch VORSERIEN-Packungen ihrer Lieblingsschokolade zugeschickt bekommen… noch bevor das Produkt im Handel war, ganz exklusiv.

    Das diente dazu, damit sich die „entwöhnten“ Olympia-Freaks mit dem Geschmack wieder vertraut machen konnten, Fragen zu den „neuen Inhaltsstoffen“ loswerden konnten (Ritter Sport verwendet nämlich mittlerweile keine naturidentischen Aromastoffe mehr wie in den 80ern, sondern nur noch komplett natürliche Zutaten) oder den Geschmack der Schoki auch Nachbarn und Freunen DIREKT AM PRODUKT (und eben nicht in einem Film) präsentieren konnten. Viele Fans haben sich da auch echt sympathische Aktionen einfallen lassen, z.B. das Verteilen der Schokolade im Krankenhaus oder beim Pflegepersonal in der Rekonvaleszenz.

    So ist dann WIRKLICH jedem geholfen – wenn das Geld nämlich nicht mehr in „Werbung“ fliesst, sondern in echte Interkation und Unterhaltung mit den Fans und DEREN Freunden. Und deren gute Taten :).

    Beste Grüsse,
    Markus Roder

  7. Hi Markus,
    danke für dein Kommentar! Immer wieder interessant, wenn die „Hintermänner“ oder Initianten solcher Aktionen sich zu Wort melden und darüber schreiben oder berichten.

    Als Aussenstehender und Marketinginteressierter habe ich natürlich schon den „Werbezweck“ der Aktion im Vordergrund gesehen (vielleicht auch etwas zusehr?!) und ich fand das neu aufkommende Modell des Videowettbewerbs ganz interessant.
    Dass das eine starke Interaktion mit den Fans oder Kunden auch fördert und vorraussetzt ist natürlich auch ein guter Nebeneffekt. Und auch um die Identifikation mit dem Produkt und der Marke zu stärken ist so eine Interaktion ein ideales „Instrument“.

    Also diese Form von Marketing bringt schon viele Voteile mit sich. Ob jetzt die direkte Interaktion mit den Fans oder allein das Aktiv-werden der Fans oder auch einfach der virale Effekt, den die Videos im Netz haben … ! Auf was man jetzt genau das Hauptaugenmerk legt spielt dann fast nicht mehr so eine grosse Rolle.

    Auf jeden Fall eine wirklich tolle und moderne Kampagne von Rittersport und sehr gut und sympatisch umgesetzt, wie ich finde! ;)

    Gruss

  8. Hallo Kloni und Markus R.
    (Irgendwie fühle ich mich bei dem Namen „Kloni“ auf Grund meines Quartetts angesprochen… ;)
    Ich möchte noch dazu sagen, dass der Ritter Sport Wettbewerb wirklich sehr gut moderiert wurde. Das kann man von vielen anderen Wettbewerben nicht behaupten. Hier fühlte man sich aufgenommen und ernst genommen. Es war ebenfalls zum größten Teil sehr kollegial unter den Teilnehmern.
    Virales Marketing – ich bin dabei! :)
    Gruß vom Quartett

  9. @Kloni und Markus,

    Na dann einfach noch mal vielen Dnak für Eure positive Rückmeldung und die tolle Diskussion hier. Auf eine weitere erfolgreiche Revolutionierung von Werbung und Fan-Interkation :).

    Beste Grüsse,
    – Markus

  10. meiner meinung nach sind online-videowettbewerbe vergleichbar mit engmaschigen fangnetzen die sich ohne grosse rücksicht allerlei kreatives potenzial der „user“ aus dem weitem meer des internet ziehen.
    im schlimmsten fall wird dann aus „viralem marketinginteresse“ auch noch die internetgemeinde dazu aufgerufen den „sieger“ zu wählen, was bei manchen contests schon fast zu mord und totschlag geführt hat.
    als „soziologe“ ist es durchaus, aber eben auch ermüdend interessant zu sehen wie die aussicht auf „gewinn“ das schlechteste in manchen hervorruft.
    dem initiator des wettbewerbs ist das aber letztlich egal, der hat was er will, aufmerksamkeit.
    ich könnte hier diverse beispiele anführen, überlass euch aber selbst den spass bei interesse das mal nachzuvollziehen (tip, kommentare innerhalb der wettbewerbe mal lesen)
    kreativitaät wird hier schmalos abgegriffen und almosen grosszügig verteilt. herrsteller machen aus der gier der user profit, eigentlich genial, wenn ich das moralisch nicht für zweifelhaft ansehen würde.
    gott zum grusse
    d41
    der herr strasser hat natürlich gut rden, hat er doch seinen schnitt gemacht

  11. @d41: Interessante Ansicht. Hab das im Artikel auch versucht etwas anzudeuten.
    Ist halt wie so oft eine Frage, ob überhaupt und wo man moralische Grenzen zieht.
    Aber letztendlich muss man doch auch sagen, dass wenn solche Wettbewerbe keinen Mehrwert, in welchem Sinne auch immer, bieten, dass dann sicherlich auch niemand mitmachen würde. Denn ich denke die wenigsten gehen an den Wettbewerb heran, mit dem unbedingten Ziel, gewinnen zu wollen und damit sich dann auch den materiellen Wert abzugreifen, also den Gewinn. Dass dem inszenierendem Unternehmen dabei viele Vorteile entstehen, ist klar.
    Aber darüber kann man sicherlich diskutieren und auch anderer Meinung sein…! :)

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