Ron Mueck inszeniert die Vergänglichkeit des Lebens mit 100 überlebensgroßen Schädeln


Mit dem 15. Dezember hat die Nationalgalerie von Victoria in Australien ihre Pforten für mehr als hundert Kreative aus zweiunddreißig Ländern geöffnet. Unter den Designern, Architekten, Animationskünstlern und mehr ist auch der australische Bildhauer Ron Mueck, der weltweit mit seinen hyperrealistischen Skulpturen bereits für Aufsehen gesorgt hat. Für das Projekt „Mass“ hat er hundert überlebensgroße menschliche Schädel in einem Ausstellungsraum übereinander getürmt.

Wer sich inmitten der grotesk-düsteren Installation wiederfindet, ist prompt mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert. Schließlich ist die Form des Totenkopfs eine, die alle Primaten der Gattung Homo sapiens eint. Die makabre Studie der Sterblichkeit zelebriert jedoch nicht nur diese symbolische Verbindung aller Menschen, sondern zeigt auch, was sie trennt. Denn der Anblick der überdimensionierten menschlichen Überreste ruft zugleich Assoziationen von Schauplätzen horrender menschlicher Verbrechen hervor – Massengräber, wie wir sie unter anderem in Kambodscha, Ruanda, Srebrenica und dem Irak finden. Noch bis zum 18. April 2018 kann man sich als Besucher mit dem Transitorischen des Lebens in Melbourne auseinandersetzen. Der Eintritt ist kostenlos.

Inspired by the complex biological structure of the human skull – which the artist considers beautiful and extraordinary – Ron Mueck’s new work Mass celebrates a form that links us as a species. Mass is also a sombre study of mortality. Comprising 100 individual human skull forms, it calls to mind iconic images of massed remains in the Paris catacombs as well as the documentation of contemporary human atrocities in places such as Cambodia, Rwanda, Srebrenica and Iraq. The skull has been a potent symbol within the art of virtually all cultures and religions, including in Dutch still- life painting and the vanitas painting genre of the sixteenth and seventeenth centuries, which served as a reminder of the transience of life. To draw out and contextualise these resonances, this monumental work has been placed within the historical collection galleries of NGV International. Generously gifted by the Felton Bequest.“




(via)

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