Seemann Fiete der neue Kinderheld von den sieben Weltmeeren


Kennst du eigentlich Fiete? Wenn du kleine Kinder hast, bist du dem Gesellen vielleicht schon mal begegnet. Und wenn er dir nichts sagt, dann solltest du ihn dir ruhig mal anschauen. Fiete ist ein Seemann, der allerhand Abenteuer bestreitet – und zwar gleich in zwei Medien. Seine Erschaffer, das Team der Kölner Firma Ahoiii, haben ihn zunächst in einer Reihe von Kinder-Apps fürs iPad eingeführt. Mittlerweile gibt es auch mehrere Bücher mit dem coolen Kerl und das Fiete-Universum wächst immer weiter. Für viele Kinder ist Fiete das, was für uns früher Pippi Langstrumpf, Michel oder Wicky waren.

Ich persönlich finde sowohl die Fiete-Produkte als auch die Nutzung der beiden Medien genial. Da ich ein Technik-Nerd bin, lasse ich meine beiden Kinder, vier und zwei Jahre alt, ab und an mal das iPad benutzen. Dann sind Apps wie „Fiete Match“ die erste Wahl. Und wenn die Zeit am Tablet vorbei ist, dann holen meine Kleinen beispielsweise „Fiete – Das große Suchbuch“ heraus und gehen etwa auf einer Schafweide auf die Suche nach verschiedenen Gegenständen. Auch zum Vorlesen gibt es zwei Bücher, das dritte – „Das verrückte Rennen“ – erscheint dieser Tage.


Erst vor ein paar Wochen ist die neueste App „Fiete Cars“ erschienen, die du gratis aus dem App Store von Apple herunterladen und auf deinem iPad installieren kannst. Dann können deine Kinder damit die verrücktesten Rennstrecken bauen und anschließend abfahren. Ohne Bausteine und mit nur einem Auto fangen sie an, und je mehr Sterne sie einsammeln, desto mehr Bauelemente und Fahrzeuge verdienen sie. In der Gratis-Version gibt es zwei Fahrzeuge, sechs Bauteile und sechs Fahrer zum Ausprobieren, für 2,99 Euro schaltest du die Vollversion frei, in der es 20 Fahrzeuge, 25 Straßenteile und unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten gibt.


Weil mir das Fiete-Universum so gut gefällt, habe ich die Macher mal kontaktiert und mit ihnen ein Interview geführt. Und das liest du hier:

Wie kamt ihr auf die Idee, eine App mit dem Seemann Fiete zu entwickeln?

Der Auslöser für die Entwicklung der App mit Seemann Fiete war, dass wir Väter wurden. „Wir“, das waren damals die beiden Designer und Freunde Jan & Wolfgang. Zu der Zeit gab es im App Store nur sehr wenige Kinder Apps. Schön gestaltete und ruhige Apps, die wir gern mit unseren Kindern gespielt hätten, fehlten eigentlich völlig. Das wollten wir ändern.

Neben den eigentlichen Jobs begannen wir also in unserer Freizeit, mit Formen, Farben und Texturen zu experimentieren. Als Karz, ein befreundeter Programmierer, die ersten Entwürfe sah, hatte er direkt Lust, ein Spiel daraus zu machen. Konkret ging es um das rote Auto, das fahrtüchtig gemacht werden muss. Diese Spielszene gibt es heute noch in der App „Fiete“ zu bestaunen.

Das intuitive Spielprinzip ist super, denn die Kinder begreifen ohne visuelle oder verbale Aufforderungen sehr schnell, dass sie die herumliegenden Autoreifen unter das Auto ziehen müssen, damit es losfahren kann.

Fiete als Figur kam tatsächlich erst einige Wochen – nachdem die Spielszene eigentlich schon fertig war – hinzu. Aber schnell war klar, dass das Spiel viel mehr „erzählt“ und emotionaler ist, wenn Seemann Fiete im Auto sitzt und die Kinder ihm helfen müssen, das Auto zum Laufen zu bringen. Außerdem ist Fiete einfach ein netter und lustiger Kerl, den man gerne begleitet, wenn’s darum geht, die Welt zu entdecken.


Wie habt ihr es eigentlich geschafft, dass Fiete so beliebt geworden ist?

Als wir merkten, wie viel Freude die Auto-Szene unseren eigenen Kindern machte, waren wir total aus dem Häuschen. Sie fingen sogar an, sich selbst kleine Geschichten dazu auszudenken, zum Beispiel, wieso das Auto überhaupt kaputt ist oder wo Fiete nach der Reparatur wohl hinfährt. Das war richtig super.

Also entwickelten wir mehr solcher kleinen Szenen, stellten die App Ende 2012 in den App Store und bekamen prompt ein Feature von Apple. Nie hätten wir gedacht, dass die App, die eigentlich mal für die eigenen Kinder gedacht war, weltweit so vielen Familien Spaß machen könnte. Offenbar hatten wir damit also einen Nerv getroffen.

Mittlerweile gibt es mit Fiete neun Apps, fast alle wurden mit Preisen ausgezeichnet, wie zum Beispiel dem Deutschen Computerspielpreis, dem Red Dot Design Award, dem Smart Media Academics’ Choice Award oder dem Kindersoftwarepreis Tommi. „Fiete Cars“ ist auch direkt zum Besten Kinderspiel beim Deutschen Computerspielpreis nominiert worden. Verdient!

Erfolgsfaktoren sind sicher, dass die Apps mit Fiete so ruhig sind und die Kinder in ihrem eigenen Tempo spielen können. Es gibt nichts, das aufgeregt blinkt oder schräge Sounds macht. Die Kinder werden nicht überfordert. Wir setzen auf hochwertiges Design und selbsterklärende Spielprinzipien. Wir kreieren Inhalte, durch die die Kinder spielerisch etwas lernen und, ganz wichtig: Wir wollen, dass die Kinder mit Spaß die Welt entdecken können.

Das Team von Ahoiii © Ahoiii Entertainment

Wer steckt hinter eurer Firma Ahoiii?

Bei Ahoiii arbeiten wir zu viert. Wolfgang Schmitz und Jan Kloevekorn, beide Designer, sind mit Karz von Bonin, unserem Programmierer, die Gründer von Ahoiii Entertainment. Gemeinsam mit Sarah Walitzek, Dipl.-Pädagogin, stecken wir als waschechte Fiete-Fans Tag für Tag all unser Herzblut in den lustigen Seemann und seine stetig wachsende Welt.

Unser Büro ist in Köln, ganz in der Nähe vom schönen Stadtgarten.

Auf welche Abenteuer können sich Fiete-Fan demnächst freuen?

Da gibt es einige!
In der App-Welt begegnet Fiete den Kindern gerade in seinem Spiel „Fiete Cars“. In dieser App können Jungs UND Mädels eine Autostrecke nach eigenem Geschmack bauen und sie dann mit Fiete in einem Wagen ihrer Wahl entlangfahren. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Die Kids können selbst bestimmen, welche Straßenteile, Spezialeffekte und Deko-Elementen sie für ihr Spiel verwenden möchten. Eine App, mit der wir die Kreativität und den Spaß am freien Spiel feiern wollen.

In der Welt der Bücher erlebt Fiete demnächst seine nächsten Abenteuer. Die dritte Bilderbuch-Geschichte „Fiete – Das große Rennen“ kommt in die Bücherregale. Das Besondere an diesem Buch wird vor allem sein, dass im Fiete-Universum das erste Mal eine weibliche Figur eine tragende Rolle spielen wird. Wie wir wissen, haben einige eingefleischte Fiete-Fans darauf schon länger gewartet. Zusätzlich wird – ebenfalls im Frühjahr 2017 – ein weiteres Buch zum Lernen erster Wörter erscheinen. Damit erweitert sich die Zahl der Fiete-Bücher auf sieben.


Außerdem arbeiten wir gerade an einem Konzept für die Fiete-TV-Serie. Hierfür haben wir von der Film- und Medienstiftung NRW eine Förderung bekommen. Spannende Zeiten also für das gesamte Ahoiii-Team und die Fiete-Fans.

Von Fiete gibt es inzwischen längst nicht nur Apps und Bücher, sondern auch Turnbeutel, Postkarten und sogar einen limitierten Kunstdruck. Wie kam es dazu, dass ihr auch solche Merchandize-Produkte entwickelt habt? Hatten die kleinen Fiete-Fans Wünsche in diese Richtung geäußert?

Unser Ziel ist es, eine ehrliche Marke für Kinder aufzubauen. Fiete steht dabei für Qualität, gutes Design und Vertrauen – egal, um welches Fiete-Produkt es sich handelt. Wenn Eltern sich eine App mit Fiete herunterladen, ein Fiete-Buch oder Sticker aus unserem Shop kaufen, sollen sie wissen, dass sie ein gutes Produkt in den Händen halten, in das wir viel Arbeit und Liebe gesteckt haben. Alles, was wir machen, geben wir selbst mit gutem Gewissen unseren eigenen Kindern in die Hände.

Klar gibt es immer wieder Wünsche oder Anregungen von Familien, was Produkte oder Apps angeht. Als kleine Firma können wir natürlich nicht alles umsetzen, aber wir machen uns in jedem Fall Gedanken dazu. Gerade haben wir sogar gemeinsam mit Fiete-Fans eine App entwickelt. Für die App „Fiete KinderZoo“ haben 30 Kinder zwischen drei und zehn Jahren die Zootiere gebastelt und selbst vertont.

Im übrigen nehmen wir Feedback unserer kleinen App-Spieler sehr ernst. Unsere gerade erschienene App Fiete Cars haben wir zum Beispiel vorab von etwa 35 Familien testen lassen und entsprechend ihrer Rückmeldungen und Wünsche optimiert.

Und bei der App Fiete Sports durften unsere Fans zum Teil mitentscheiden, bei welchen Sportarten Seemann Fiete und seine Freunde Hinnerk und Hein schwitzen müssen.

Vielen Dank für das Interview und eure Zeit. Macht weiter so!
Fotos Copyright by Ahoiii Entertainment

Kommentiere den Artikel

Bitte gib deinen Kommentar ein!
Bitte gib deinen Namen hier ein