Strand: gut und böse – „Tide Art“ von Gilles Cenazandotti


Anfang Februar machten die Nachrichten von einem an der norwegischen Küste gestrandeten Wal die Runde, in dessen Innern mehr als 30 Plastiktüten gefunden wurden. Leider handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Immer wieder werden Meeressäuger, aber auch Fische und Seevögel mit Plastik in ihren Bäuchen gefunden. Das Weltwirtschaftsforum geht davon aus, dass im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische im Meer zu finden sein werden. Plastikmüll, Waldrodung sowie schwindender Lebensraum durch Temperatur- und Meeresspiegelanstieg bedrohen weltweit mehrere hundert Tierarten.

Gilles Cenazandotti zeigt uns mit seiner Skulpturserie „Tide Art“ genau diese Tiere, von der Großkatze bis zum Eisbären, die vielleicht schon bald als „in der Wildnis ausgestorben“ gelten. Dabei greift er jedoch nicht auf nachwachsende Rohstoffe zurück, wie man meinen könnte, sondern nutzt das, was ohnehin im Überfluss vorhanden ist: Plastikstrandgut. Der„böse“ Kunststoff formt die Tierkörper, um uns hoffentlich dazu anzuregen, bewusster mit dem aus fossilen Rohstoffen hergestellten Alltagsgegenständen umzugehen, sie besser zu recyclen und zukünftig ganz durch umwelt- und tierfreundliche Alternativen zu ersetzen.








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