StudiVZ vs. Facebook 2008

Dem deutschsprachigen Raum steht mit dem Jahr 2008 und damit der Expansion Facebooks nach Deutschland, der Schweiz und Österreich ein spannendes und wahrscheinlich richtungsweisendes Jahr in Sachen Social Networks bevor! Der bisherige deutsche Branchenprimus und Facebook-Klon StudiVZ mit seinen 4,7 Millionen Usern steht seinem „US-Vorbild“ Facebook gegenüber, welcher schon in ein paar Wochen in den deutschen Markt einsteigen und diesen umkrempeln möchte.
In diesem Beitrag möchte ich die möglichen Strategien, Vor- und Nachteile der beiden Social Networks etwas aufzeigen und schon ein paar Prognosen wagen!


Öffnung für externe Entwickler: Was bei Facebook seit 2007 so richtig gestartet ist hat StudiVZ noch gar nicht eingeführt. Und zwar die Öffnung nach außen, um externen Entwicklern die Möglichkeit zu bieten Zusatzprogramme zu entwickeln. Nun hat StudiVZ aber erklärt, man möchte die Plattform öffnen und eventuell Open Social beitreten, welches Nutzern ermöglicht, neue Zusatzprogramme für die Community zu erstellen. Facebook ist bereits erfolgreich in Open Social gestartet und es sind folgende Daten bekannt:

„100.000 Entwickler haben mehr als 10.000 Anwendungen
geschrieben. 140 dieser Programme haben mehr als eine Million aktiver Nutzer. Und mehr als 90 Prozent unserer 60 Millionen aktiven Nutzer hat mindestens eine Anwendung eines externen Entwicklers installiert“

Daran sieht man den Erfolg dieses Open Social, welches auch die User an die Social Community bindet und diese sich wie automatisch ausbaut und personalisiert!
Diesen Schritt hat StudiVZ nun auch angekündigt, jedoch nicht so klar und selbstbewusst wie man es sich vielleicht gewünscht hätte!

Allgemein kann man sagen, dass Facebook technisch und performancemässig StudiVZ deutlich überlegen ist. Jedoch auch da hat das deutsche Portal Besserung versprochen. Eine komplett überarbeitete Softwarearchitektur soll demnächst die alte ersetzten und auch gleich diese Schnittstellen für externe Anwendungen beinhalten.

Die Vermarktung eines Social Networks hat sich als nicht so einfach herausgestellt! Nur StudiVZ (und nicht sein Ableger SchülerVZ) kann kleine Gewinne erzielen. Bei Facebook lagen die Einnahmen aus Werbung im letzten Jahr bei gut einer Million US-Dollar. Ziel sei es dies dieses Jahr zu verdrei- oder vervierfachen, so Facebook.

Das Problem mit dem Datenschutz, über welches das Web allgemein des Öfteren stürzt, beschäftigt auch vor allem die Social Networks. StudiVZ hatte vor seine Userdaten an Werbeunternehmen zu verkaufen [Details »], dies konnte durch heftige Kritik aber noch gestoppt werden. Auch Facebook musste eines seiner „Services“ verändern, welches Kaufdaten von Freunden weiterleitete [Details zu dem Service namens Beacon »]. Beacon soll aber von Anfang an im deutschen Facebook enthalten sein.

Laut Facebook soll es in paar Wochen, spätestens Ende März soweit sein, dass Facebook im deutschsprachigen Raum startet. Durch die aktuellen grossen Vorteile von Facebook, vor allem technisch gesehen, dürfte StudiVZ eigentlich keine Chance mehr haben, da die meisten Nutzer sich bei Facebook anmelden werden und so die Vorzüge direkt sehen können. Jedoch hört es sich so an, als ob StudiVZ sich bald fast ganz neu umkrempeln würde, um so vielleicht konkurrenzfähiger zu sein. Wenn StudiVZ es schafft, vor dem deutschen Start von Facebook diese Änderungen einzuführen könnte es ein spannender Kampf um das grösste deutschsprachige Social Network werden.
Wir freuen uns auf jeden Fall auf dieses „Ereignis“ und ich werde sicherlich des Öfteren von diesem Zweikampf berichten!

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