Tauben – Stadtvögel ganz groß, kunstvolle, hyperrealistische Porträts von Adele Renault

Ob eine quirlige Metropole oder ein verschlafenes Kaff – diese Vögel gehören einfach zum Stadtbild, und zwar weltweit. Graublau und schlicht, mal feierlich über das Trottoir watschelnd, mal um ein Stück Abfall miteinander zankend, mal lärmend und nicht sonderlich geschickt davonfliegend – eine Taube ist ein etwas schräger, aber ansonsten eher unspektakulärer Vogel. Dachte ich zumindest, bevor ich die Murals von Adele Renault zu Gesicht bekam.

Adele Renault (1988) paints realistic portraits of pigeons and people. Her subject matter may live in the gutter or in an ivory tower and the size of her work ranges from small canvas to giant mural.“

Sie porträtiert am liebsten die Stadttauben (Columba livia domestica) und setzt auf diese Weise den einzelnen Vertretern dieser Art ein farbenfrohes Denkmal. Da ist zum Beispiel der überdimensionale Kopf von „Baby Girl“, einer ausdauernden und schnellen Fliegerin, die einst einen rund 600 km langen Flug gewann und dabei um ganze 19 Minuten schneller war als ihre Konkurrentinnen.

Auf den anderen Bildern ist die liebe „Camp“ zu sehen: Diese Stadttaube wurde von einem Ehepaar aus Chicago mit viel Geduld aus einem Ei, das die beiden zu ihrer riesengroßen Verwunderung auf eigenem Küchentisch entdeckt haben, ausgebrütet. Glänzendes Gefieder, runde, tiefschwarze Augen und schlanke Schnäbelchen – sind sie nicht schön, unsere Täubchen? Irgendwie muss ich wohl mehr auf diese kleinen Stadtbewohner achten, sie haben es sicherlich verdient.










(via) Copyright  Adele Renault

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