Testfahrt im Jaguar Project 7 und D-Type von 1954

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Was war das wieder für ein Wochenende. Seit meiner Testfahrt im letzten Jahr mit einem F-Type bin ich einfach verliebt in die kleinen schnellen Dinger. Ich kann alle verstehen, die das Geld haben und sich so einen Sportwagen zulegen. Als ich vor einigen Wochen die Einladung von Jaguar bekommen habe, im Jaguar Project 7 auf einem Flughafen in der Nähe von Köln zu fahren, war ich natürlich begeistert und habe sofort zugesagt. Bei der Einladung war neben dem Jaguar Project 7 auch noch von einem D-Type die Rede und ich dachte, klar warum nicht. Obwohl ich echt nicht so der Oldtimer-Fan bin. Das hat sich nach der Testfahrt aber auch geändert. Jedenfalls in Bezug auf Jaguar.

Der Tag kam und es ging recht früh mit dem Flieger von Berlin nach Köln. Am Flughafen wurde ich dann erstmal schön, wie es sich gehört, mit einem Jaguar XF abgeholt. Kein Sportwagen, sondern eher ein Luxus-(Familien)-Auto mit ordentlich Power unter der Haube (natürlich nicht zu vergleichen mit dem was gleich noch kommt). Eine Stunde später sind wir am Flughafen in Mendig angekommen, und da standen sie. Der F-Type und der D-Type direkt nebeneinander. Was für ein Bild! Der eine für mich der absolute Sportwagen: das Design, die klaren Linien und die Power, die jedem einzelnen Detail anzusehen ist. Der andere ein kleiner, sehr flacher und wahnsinnig runder Wagen mit einer eher freundlichen Optik. Schick, aber für mich noch nicht überzeugend. Noch nicht!

Habt ihr schon einmal etwas von Norman Dewis gehört? Kurz zusammengefasst: Norman ist ehemaliger Jaguar Chef-Entwickler der Jaguar Rennfahrzeuge und war von seinen 94 Jahren und satte 33 Jahre aktiv im Unternehmen. Seit seinem Ausscheiden erzählt er bei diversen Jaguar-Terminen seine Geschichten und Anekdoten aus seiner langen Zeit bei Jaguar, in der er über 400.000 Kilometer unterwegs war (und hierbei sind nur die Strecken berücksichtigt, auf denen er schneller als 160 km/h unterwegs war).

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Nach den spannenden Vorträgen, allerdings zum Teil in für mich unverständlichem Fachenglisch, geht es schon los mit den Testfahrten. Ich setzte mich auf den Beifahrersitz. Nicht mein bevorzugter Platz in einem Auto, aber nach kurzer Zeit war ich froh darüber. Und über die beiden Griffe rechts und links neben dem Beifahrersitz. Es ging mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit im F-Type über das Flughafengelände. Niemals hätte ich so spät gebremst, hätte mit diesen Geschwindigkeiten die Kurven genommen oder wäre so durch den Parkour gefahren. Jede Kurve, jede Runde war ein Riesenspaß. Einfach beeindruckend, wie dieses Auto in Kurven gegensteuert und wie man in den Sitz gepresst wird.

Die 20 Exemplare des F-Type / Project 7, die in Deutschland verkauft werden, sind schon komplett vorbestellt. Die weltweite Auflage liegt bei 250. Acht Zylinder, 575PS Supercharged-V8 mit 5,0 Liter Hubraum bringen den schnellsten Jaguar aller Zeiten von 0 auf 100 km/h in nur 3,9 Sekunden, bei 300 km/h wird abgeriegelt. Aber selbst die sind ja schon mehr als genug. Fakten hin oder her, es war auf jeden Fall ein großer Spaß. Den stolzen Besitzern wünsche ich eine Rennstrecke oder einen stillgelegten Flughafen in der Nähe, um die Vorzüge komplett genießen zu können.

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Nach der Funtour im Project 7 ging es nach einer kurzen Pause im D-Type weiter. Nach einer Einweisung und dem 20. Hinweis, dass dieses Fahrzeug die Seriennummer Nummer 1 und damit einen Wert von ca. 10 Mio. Euro hat, habe ich mich auch bei dieser Fahrt wieder für den Beifahrersitz entschieden. Beim Einsteigen war etwas Gelenkigkeit gefragt und man musste genau aufpassen, wo man hintritt und was man berührt. Ich wollte niemanden unglücklich machen und versehentlich irgendein Teil abbrechen. Weil es keine Windschutzscheibe gibt, war ein Helm notwendig. Das Visier sollte während der Fahrt geschlossen sein. Mir war bis zu diesem Tag nicht klar, dass ein Oldtimer so eine Power haben kann und eine Windschutzscheibe so unheimlich viel Wind abfängt. Ich hatte zwischenzeitlich Angst, dass mir der Helm wegfliegt und habe ihn ab und zu mit festgehalten.

Die beiden Jaguar-Modelle unterscheiden sich natürlich wie Tag und Nacht. Der eine ist vollgestopft mit Technik und den neuesten Entwicklungen. Der D-Type mit seinen 60 Jahren fühlt sich irgendwie einfach nur PUR an. Reines Fahren, bei dem man jede Bodenwelle, jede Kurve und die Wärme vom Motor spürt. Ich bin fasziniert und würde am liebsten den restlichen Tag mit diesen Autos abwechselnd über den Platz rasen.

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Als Trost gibt es zum Abschluss noch eine kleine Autogramm-Stunde, bei der Norman Davis seine Biographie signiert. Das bescheidene Buch ist mit fast 600 Seiten mehr als beeindruckend und wer es gelesen hat, wird mit englischen Wörtern für Autotechnik, Motor- und Fahrwerkteile wohl keine Probleme mehr haben. Norman macht auch hier den einen oder anderen Scherz und sagt: „Wer es nicht lesen will, kann das Buch mit einem Gewicht von ca. 3,5 Kilogramm auch als Türstopper benutzen“.

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Was war das wieder für ein Tag. Ich freue mich wieder eingeladen worden zu sein, liebe den F-Type noch mehr als vorher und hoffe, das ich noch in einigen Jaguar-Modellen Spaß haben werde. Besten Dank an das Team von Jaguar für die sehr gute Organisation.















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