Trends bei Herrenanzügen: Von verrückt bis individuell

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Spätestens seit dem Film „The Wolf of Wall Street“ (2013) sind diese Bilder in vielen Köpfen verankert: Pünktlich zum Klang des Börsenglöckchens knallen gleichzeitig dutzende Toilettentürchen auf. Die in perfekten, aber langweiligen Anzügen daraus auftauchenden Broker stürmen als klassisch gekleidete Horde zu ihren Arbeitsplätzen.

Im Film sind sie leider vom Scheitel bis zur Sohle vollgekokst und wirken zum größten Teil relativ durchgeknallt. Besser wäre es, wenn Anzüge individueller und mit Mut zur Gestaltung von den Trägern eingesetzt werden würden – und man keine Drogen bräuchte, um sich den öden Alltag erträglich zu machen. Doch 2014 gibt es mehr Möglichkeiten, ein super-individuelles oder flippiges Anzug-Outfit zu erreichen, als manche denken.

Was liegt an? – Custom made als Trend

Karl Lagerfeld nahm binnen 13 Monaten 42 Kilogramm ab. Und zwar, um in schlank geschnittene Anzüge zu passen. Doch bevor Ihr verhungert, um in einem eng anliegenden Anzug Euren Traumstyle zu erreichen, solltet Ihr Euch bewusst sein, dass gerade in den letzten Jahren viele edle Herrenausstatter wie Braun Hamburg nicht nur fertig geschneiderte Markenanzüge anbieten. Die Fachleute fertigen die Traumgarderobe nach den einmal genommenen Maßen in vielen verschiedenen Verarbeitungen (beispielsweise Unconstructed, Handgefertigt, Made in Italy) und nach individuellen Schnittmustern an. Ober- und Futterstoffe, Designs und Konzeption könnt Ihr im Laden selbst bestimmen – individueller geht Anzug nicht.

Beim Beispiel Braun wird dieser Service unter der Bezeichnung „Su Misura – Create your style“ angeboten. Doch mittlerweile ist der Trend eher unter der Bezeichnung „Custom made“ (= nach Wünschen des Kunden gefertigt) bekannt. Also müsst Ihr nicht hungern, wenn Ihr eine Idee für Euren Anzug-Style habt, sondern nur zum Herrenausstatter und Euch ausmessen lassen. Allerdings haben solche individuelle gefertigten Outfits Ihren Preis.

Kombiniere, kombiniere!

Wer nicht so viel Geld in die Hand nehmen will oder kann, der kann auch kombinieren, um einen interessanten, eigenen Stil zu erschaffen. Dabei zeigen die Briten laut diesem Artikel des Modeportals Stylebook.de in den letzten Jahren, dass man mit wenigen, edlen Kleidungsstücken einzigartige Outfits kreieren kann. So kann man dezent karierte Sweater mit Flanellanzügen und Dockers kombinieren, ebenso wie Anzugteile zu Mänteln mit Pelzkrägen passen.

Bei diesem Trend von der Insel sind allerdings mehrere Dinge schon vor dem Einkauf zu beachten. Ihr müsst immer im Hinterkopf haben, was Ihr im Kleiderschrank habt und überlegen, wie die Stücke miteinander harmonieren oder sich interessant voneinander abheben. Es geht nicht nur um die Farbe, sondern um Stil, Materialien und Schnitte. Auch Accessoires, Frisuren und gegebenenfalls Make-Up sind für den Gesamteindruck – beispielsweise die Verwirklichung eines Urban Chic aus den 1970ern – zu beachten.  Für diesen Trend ist also ein Händchen für Mode gefragt, dass jedoch mehr Leute besitzen, als man denkt – Ihr müsst es einfach testen. Probieren geht hier eindeutig über Studieren.

Modell „Testival“

Flippige und verrückte Anzüge

Wer komplette Anzugsets in angesagten Designs will, aber keine Zeit oder nicht das erwähnte Händchen für Mode hat, der kann sich bei Trendsettern im Anzugbereich, zum Beispiel Opposuits.de, umschauen.  Standardmäßig ist bei diesem Anzugdienstleister nur die Lieferung von Hose, Jackett und Krawatte.

Ein Beispiel ist das Modell „Testival“, welches aus den Testbildlogos von vor 20 Jahren im Fernsehen geschaffen wurde. Player-Anzüge mit Spielkarten, wie der schrille „Poker Face“ oder ein mit blau-weißen Rauten verzierter „Bavarian“ für den umjubelten Auftritt auf dem Oktoberfest sind ebenfalls erhältlich. Dabei kosten die drei Teile zusammen meist 69,95 Euro – ein machbares und modernes Vergnügen für den modebewussten Trendsetter.

Insgesamt sollte sich keiner von den engen Konventionen der klassischen Anzüge von der Stange einengen lassen. Ob man eine Maßanfertigung wählt, geschickt wenige Einzelteile modisch kombiniert oder bei flippigen Anzuganbietern ein aussagekräftiges Modell ordert, ist egal – 2014 wird der Mut zum eigenen Style belohnt. Was möglich ist, kann also für den Anzug-Genießer durchaus wahr werden.

Teaser-Bild © lassedesignen – Fotolia.com

1 Kommentar

  1. Ich finde auch, dass ein schlichter schwarzer Anzug mit einem weißen Hemd ziemlich langweilig wirken kann. Allerdings ist mir der auf dem Foto dann doch etwas zuuu verrückt :-) Aber jedem das seine, ein Hingucker ist es auf alle Fälle!
    Viele Grüße!

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