TV-Tipp: „Die Dasslers“ – Das Erste zeigt Zweiteiler über die Geschichte von Adidas und Puma


Das verschlafene Städtchen Herzogenaurach in Mittelfranken ist der Sitz von gleich zwei Weltkonzernen – Adidas und Puma. Beide stellen Turnschuhe und andere Sportartikel her. Wie es dazu kam, dass sich zwei Sport-Giganten in derselben Stadt ansiedelten? Das zeigt Das Erste zu Ostern im Fernsehen. Adidas und Puma haben nämlich gemeinsame Wurzeln.

Herzogenaurach, 1922. Adi Dassler (Christian Friedel) führt gemeinsam mit seinem Vater Christoph (Joachim Król) den Familien-Schusterbetrieb. Bald findet Adis Bruder Rudi (Hanno Koffler) zurück ins Elternhaus und die „Sportschuhfabrik Gebrüder Dassler“ wird gegründet, denn die Brüder haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen den perfekten Sportschuh zu erfinden.


Die Voraussetzungen könnten besser kaum sein. Als cleverer Unternehmer kümmert sich Rudi um die Geschäfte, während der handwerklich versierte Adi an immer neuen und besseren Modellen tüftelt. Trotzdem verläuft die Zusammenarbeit nicht reibungslos. Während es zwischenmenschlich kriselt, gelingt mit den Olympischen Spielen 1936 der internationale Durchbruch. Doch der Zweite Weltkrieg sorgt für gewaltige Umbrüche – in der Welt und zu Hause bei den Dasslers. Rudi wird eingezogen, während Adi die Unternehmensführung übernimmt. Stellvertreten scheinen sogar die Ehefrauen Käthe (Alina Levshin), Adis Frau und Friedl (Hannah Herzsprung), Rudis Frau die Konflikte der zwei Brüder auszutragen. Das wachsende Misstrauen und andere Konflikte führen 1948 zum endgültigen Bruch.

Die Brüder gehen fortan getrennte Wege – Adi mit Adidas und Rudi mit Puma. Die Folge ist ein erbitterter Konkurrenzkampf, in dem sich beide Brüder aber gleichzeitig auch zu großen Erfolgen pushen. Während die familiäre Bande zerreißt, wachsen die zwei Unternehmen zu Weltmarken heran.

Manchen mag die Geschichte bereits bekannt vorkommen. Schließlich nahm sich bereits im vergangenen Jahr ein Privatsender im Zuge eines Biopics der Familien- und Unternehmensgeschichte an. Dieser Film endete jedoch bereits im Jahr 1954 mit dem sogenannten „Wunder von Bern“, der Fußballweltmeisterschaft. Der Plot von „Die Dasslers – Pioniere, Brüder und Rivalen“ im ARD erstreckt sich hingegen bis ins Jahr 1974 und unterscheidet sich auch in anderen Punkten deutlich vom Fernsehfilm des Privatsenders.


Die Filmemacher Cyrill Boss, Philipp Stennert und Christoph Silber haben darauf verzichtet, den ohnehin schon hollywoodreifen Stoff in ein gekünsteltes Gut-gegen-Böse-Duell zu verwandeln. Stattdessen wurde überzeugende Charakterarbeit geleistet,was natürlich nicht zuletzt der hervorragenden schauspielerischen Leistung zu verdanken ist. Außerdem wurde ein wichtiger Teil der deutschen Geschichte mit der Brudergeschichte verwoben. Eine besondere Herausforderung für eine Produktion eines historischen, biografischen Dramas ist jedoch stets die Zeit.

Gemeint ist nicht die Spielzeit von ca. 180 Minuten, sondern die erzählte Zeit, welche im Film wie im Zeitraffer vergeht. Natürlich hätte man mehrfach besetzen können, um dem Zahn der Zeit genüge zu tun. Allerdings verhindert ein Schauspielerwechsel bei ein- und derselben Figur stets, dass sich der Charakter sukzessive entwickeln kann. Der Maske ist es jedoch gelungen, Christian Friedel und Hanno Koffler kontinuierlich altern zu lassen, während sie filmisch über 50 Jahre durchleben. Auch in diesem Punkt erweist sich die öffentlich-rechtliche Fernsehfilmproduktion als überlegen und realistischer. Schließlich hinterlassen in der Version des Privatsenders selbst 30 Jahre Leben keine Spuren im Gesicht der Hauptdarsteller. Besonders erfreulich ist, dass bei „Die Dasslers“ noch zwanzig Jahre über 1954 hinaus erzählt wird.

Im Verlauf des Films übernehmen die Söhne Horst (Oliver Konietzny) und Armin (Rafael Gareisen) nicht nur die Firmen Adidas und Puma, sondern auch den innerfamiliären Konflikt. Doch wie geht das Familiendrama am Ende aus? Bietet sich 1974 vielleicht die letzte Chance einer Aussöhnung zwischen dem todkranken Rudi und seinem Bruder Adi?

Schalte am Karfreitag, den 14. April und am Karsamstag, den 15. April 2017, jeweils um 20:15 Uhr ein, um es herauszufinden. Außerdem kannst Du den Zweiteiler bereits vor dem offiziellen Sendetermin online in der ARD Mediathek abrufen und anschauen.



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