Unheimlich | lecker: Koch „schminkt“ sich mit seinen Zutaten


Foodblogger zeigen uns meist nur die schöne Hochglanzseite ihrer Menüs. Alles ist sorgsam angeordnet – jede Erbse hat einen festen Platz und wehe dem, der zugreift bevor das perfekte Foto gemacht wurde. Für den Betrachter bleibt der erste Eindruck und der ist appetitlich. Wirklich interessant wird es aber erst hinter den Kulissen – in der Küche, wenn wir das Menü in seine Einzelteile – die Zutaten – zerlegen.

Der Fotograf Robert Harrison hat sich mit dem Koch Robbie Postma zusammengetan, um die Geschichte hinter dem „MENU“ zu erzählen. Dabei haben sie die gleichen Prinzipien walten lassen, wie sie ein Koch im Sternerestaurant berücksichtigt: Sie geben acht auf die Zubereitung, Zusammensetzung und kümmern sich mit Fingerspitzengefühl um jedes noch so kleine Details. Jeder „Gang“ soll gleichermaßen aufregend und überraschend sein. Doch das „MENU“ ist nicht zum Essen, sondern zum Anschauen bestimmt, denn die Zutaten kommen nicht in die Pfanne oder auf den Teller – Postma trägt sie roh im Gesicht.

Das Fotoprojekt ist über den Zeitraum eines Jahres „zubereitet“ worden. Einige Aufnahmen haben dem Duo, von der Vorbereitung der Zutaten bis das Bild im Kasten war, an die neun Stunden Arbeit abverlangt. Das Ergebnis ist unheimlich und ästhetisch zugleich. Mit Respekt für das handwerkliche Geschick eines Kochs wurde auch bei den Aufnahmen auf künstliche Zusatzstoffe, also auf eine digitale Nachbearbeitung, verzichtet. Stattdessen wurde jedes Reiskorn, jeder Tintenfischsaugnapf und jede Zucchinischeibe von Hand platziert, ganz so wie in der Küche eines Sternerestaurants oder bei den Foodbloggern.






(via)

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