Was Urlaubsplakate verschweigen


Menschenleere, nicht enden wollende, weiße Sandstrände. Eine einsame Palme, unter der eine Hängematte Schatten und Entspannung verspricht. Direkt daneben, ein frischer Cocktail mit fruchtiger Dekoration. So sieht das Urlaubsparadies nicht nur in unserer Fantasie, sondern auch in den meisten Reisekatalogen aus. Kein Wunder, dass das Fernweh ruft und man sofort einen Flug buchen möchte! Die Realität nach Ankunft ist in der Regel jedoch ernüchternd.

Genau diesen Umstand nahm der belgische Künstler und Grafiker Monk HF zum Anlass, eine Reihe von „ehrlichen“ Urlaubsplakaten zu entwerfen, die auch das zeigen, was Tourismusverbände nur ungern in den Fokus nehmen. Die Plakate regen zum Nachdenken über Werbung und auch unser Reiseverhalten an, ohne allerdings konkrete Schuldzuweisungen mit dem Zeigefinger zu machen.

Wir sehen den azurblauen Himmel über dem Mittelmeer und die sonnigen Strände von Lesbos. Doch was ist eigentlich mit der Flüchtlingskrise? Bangkok? Pulsierende Metropole, doch was ist mit dem zwielichtigen Nachtleben? Borneo? Die größte Insel Asiens lockt mit seltener Vielfalt von Flora und Fauna. Doch was ist mit der Abholzung des Regenwalds?










Den ästhetischen Anstoß für die Serie unverblümter Werbeplakate gab das vielfach reproduzierte, von anderen Künstlern umgestaltete und auch umstrittene Plakat „Visit Palestine“ aus dem Jahr 1936 vom Grafikdesigner Franz Kraus. „Ich dachte mir, warum sollte ich nicht andere [Plakate] machen, im selben Stil, aber mit gegenwärtigen und akkuraten Themen: Umweltverschmutzung, Migration, Krieg usw.“, schreibt der Künstler auf Bored Panda.

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